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Mini-Steuersenkung und Entlastung Alleinerziehender kommen

Berlin (dpa) Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende haben künftig etwas mehr Geld in der Tasche. Die Koalition hebt Freibeträge an und geht das Dauerstreitthema «kalte Progression» an. Das alles kostet den Staat Milliarden, macht sich im einzelnen Geldbeutel aber wenig bemerkbar.

Mini-Steuersenkung und Entlastung Alleinerziehender kommen

Eine Frau und Kind sind am frühen morgen in Stuttgart unterwegs. Foto: Daniel Bockwoldt

Die Pläne der großen Koalition für geringfügige Steuersenkungen und weitere Entlastungen der Arbeitnehmer haben die nächste Hürde genommen.

Der Finanzausschuss des Bundestages billigte in Berlin die Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes sowie des Kinderzuschlags. Auch Alleinerziehende werden stärker entlastet.

Zugleich werden «heimliche Steuererhöhungen» im Zuge der sogenannten kalten Progression eingedämmt. Endgültig verabschiedet werden soll das Gesetzespaket an diesem Donnerstag im Bundestag. Zustimmen müssen auch noch die Länder. Für den einzelnen Steuerzahler sind die Entlastungen - je nach Einkommenshöhe - eher überschaubar.

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt in diesem Jahr von 8354 auf 8472 Euro. 2016 wird er auf 8652 Euro angehoben. Der Kinderfreibetrag wird 2015 von 4368 auf 4512 Euro erhöht, 2016 dann auf 4608 Euro im Jahr. Auch das monatlich gezahlte Kindergeld wird rückwirkend ab Januar um 4 Euro und ab 2016 nochmals um weitere 2 Euro je Kind angehoben. 

Die eigentlich schon für 2014 verfassungsrechtlich gebotene Anhebung des Kinderfreibetrages hat die schwarz-rote Koalition allerdings ausgeklammert. Die Bundesregierung macht sich damit rechtlich angreifbar. Der steuerliche Kinderfreibetrag hätte eigentlich schon 2014 um 72 Euro auf 4440 Euro im Jahr angehoben werden müssen. Dies ergab sich aus dem Existenzminimumbericht von 2012. Das Kindergeld hätte dann 2014 um fast 2 Euro im Monat für jedes Kind steigen müssen. Beides würde den Staat etwa 400 Millionen Euro kosten. Die überfälligen Schritte werden nun aber zumindest nachgeholt.

Angehoben wird im kommenden Jahr zudem der Kinderzuschlag für Geringverdiener - und zwar um 20 auf 160 Euro. Erstmals seit 2004 steigt rückwirkend ab Januar 2015 auch der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende um 600 auf dann 1908 Euro. Neu ist, dass sich der Gesamtbetrag künftig nach der Zahl der im Haushalt lebenden Kinder richtet: Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um jeweils 240 Euro. 

Zudem sollen Arbeitnehmer von Anfang kommenden Jahres an - neben höheren Freibeträgen, mehr Kindergeld sowie Kinderzuschlag - zusätzlich geringfügig entlastet werden. Durch leichte Änderungen beim Einkommensteuer-Tarif soll ab 1. Januar 2016 die «Kalte Progression» im Steuersystem eingedämmt werden.

Der Effekt dieser «heimlichen Steuererhöhung» entsteht, wenn Lohnerhöhungen lediglich die Inflation ausgleichen und die Kaufkraft des Arbeitnehmers nicht steigt. Durch den Tarifverlauf bei der Einkommensteuer zahlt er dann überproportional mehr Steuern. Die Korrektur wird sich im Geldbeutel der Steuerzahler aber kaum bemerkbar machen. Die Bürger behalten einige Euro mehr im Monat - je nach Einkommenshöhe eher einstellige Beträge. Den Staat kostet es jährlich 1,5 Milliarden Euro.

Die finanzpolitische Sprecherin der Unions-Fraktion, Antje Tillmann (CDU), erklärte, der Konsolidierungskurs der vergangenen Jahre habe sich ausgezahlt: «Wir können die erarbeiteten Spielräume nun nutzen, um Bürgerinnen und Bürger - und hier insbesondere Familien - um mehr als 5 Milliarden zu entlasten.» 

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