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Mini-Straftäter im Gefängnis

06.03.2018
Mini-Straftäter im Gefängnis

So sieht eine Gefängniszelle im Dortmunder Gefängnis aus.dpa © dpa

Wer ein schweres Verbrechen begangen hat, wird bestraft. Die schlimmste Strafe, die es in Deutschland gibt, ist eine Gefängnisstrafe. Wer jemanden beispielsweise getötet hat, der muss für viele Jahre in ein Gefängnis, manchmal sogar ein ganzes Leben lang. Wer ins Gefängnis muss, das entscheidet ein Richter in einem Gericht.

Auch in Dortmund gibt es ein Gefängnis. Es hat etwa 400 Plätze und ist meistens voll belegt. Aber etwa 80 Menschen, die hier sitzen müssen, haben gar kein schweres Verbrechen begangen. Auch hat kein Richter sie dazu verurteilt, eine Zeit im Gefängnis zu verbringen. Und trotzdem sind sie hier und das hat einen interessanten Grund. Es geht um Menschen, die eher kleinere, nicht so schwere Straftaten begangen haben. Sie sind zum Beispiel mehrfach mit einem Bus gefahren, ohne vorher eine Fahrkarte gekauft zu haben. Oder sie haben in einem Laden etwas gestohlen und sind dabei erwischt worden.

Bei solchen verbotenen, aber nicht ganz so schlimmen Straftaten verurteilen die Richter die Täter meistens zu einer Geldstrafe. Wenn jetzt der Täter aber seine Geldstrafe nicht bezahlt, dann muss er stattdessen doch ins Gefängnis. Vielfach nur 10 oder 20 Tage, aber immerhin. Das ist zwar dumm für die Straftäter, aber auch dumm für das Land Nordrhein-Westfalen. Das Land muss nämlich die Kosten, die ein solches Gefängnis verursacht, bezahlen. Kluge Menschen haben ausgerechnet, dass jeder Tag, den ein Mensch in einem Gefängnis verbringt, 120 Euro kostet. Und das ist ziemlich viel Geld.Uli Breulmann