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Missstände im Hannibal-Hochhaus häufen sich

Mieterangst

Die Situation im Dorstfelder Hannibal-Hochhaus spitzt sich zu: Schon seit Monaten hatte es dort immer wieder Beschwerden gegeben, doch die aktuellen Probleme lassen an der Zahlungsfähigkeit des Eigentümers zweifeln. Bei den Mietern geht die Angst um.

DORSTFELD

von Von Nils Heimann

, 06.04.2013

Die große Befürchtung: Der Besitzer, die Lütticher Property 49, hat große finanzielle Probleme. Das erklärt Tobias Scholz vom Dortmunder Mieterverein: „Eine derartige Summe von Verfehlungen lässt nichts Gutes über die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens ahnen.“

Diese Verfehlungen erläutert Alexander Moewius, Sprecher der Mieterinitiative des Hannibals: „Seit Monaten zahlt die Haus-Verwaltung, die Berliner Dairos Property Management, nur schleppend oder nach Aufforderung an die Versorger DEW21 und das Aachener Unternehmen EGC, das für die Warmwasserversorgung des Blocks zuständig ist.“Daher fürchten die Mieter, dass sie irgendwann ohne Wasser, Strom und Heizung dastehen könnten, so der 22-Jährige weiter. „Außerdem haben wir Kontakt zu dem Gerüstbauunternehmen aus Hagen aufgenommen. Das baut derzeit sein Gerüst ab, obwohl die Arbeiten noch gar nicht abgeschlossen sind. Wegen offener Zahlungen seitens der Hausverwaltung, teilte man uns dort mit.“

 Selbst die Reparatur des Fahrstuhls in Hausnummer 14 lässt seit dem 25. März auf sich warten. Besonders schlimm: „Im zwölften Stock wohnt ein Mann, der im Rollstuhl sitzt und derzeit in seiner Wohnung gefangen ist“, schüttelt Moewius verständnislos den Kopf. „Normalerweise muss in solch einer Situation der Vermieter eine Ersatzwohnung stellen, oder zumindest einen Einkaufsservice anbieten“, erklärt Tobias Scholz. Doch auch das passiere nicht.

 Aber zumindest in Sachen Versorgung kann Tobias Scholz ein wenig beruhigen: „Derzeit arbeiten wir an einem Notfallplan. Sollte wirklich mal ein Versorger drohen, die Energielieferung einzustellen, würde das Wohnungsamt einspringen und die Kosten übernehmen.“  Dennoch herrscht eine angespannte Stimmung in der Siedlung: „Wir sind verärgert und wütend. Vor allem, weil wir kaum eine Möglichkeit haben, mit der Hausverwaltung Kontakt aufzunehmen. Da erwischt man stets nur den Anrufbeantworter“. Daher überlegten jetzt sogar viele Altmieter, unter ihnen auch die Familie Moewius, wegzuziehen: „Wir sind echte Kämpfer. Aber irgendwann merkt man halt, dass es keinen Zweck mehr hat.“  Die Dairos Property war von dieser Redaktion für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.