Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Mit Joint: «Don Giovanni» in Salzburg

Salzburg (dpa) ­ Ein dunkles Waldstück, einziges Zeichen der Zivilisation ist eine schäbige Bushaltestelle: An diesem unwirtlichen Ort spielt Wolfgang Amadeus Mozarts Oper «Don Giovanni» im Haus für Mozart in Salzburg.

/
Christopher Maltman als «Don Giovanni» und Anette Dasch als «Donna Anna» in «Don Giovanni» in Salzburg.

Anna Netrebko vor der Opernpremiere "Don Giovanni" in Salzburg.

Gloria Fürstin von Thurn und Taxis in Salzburg.

Bianca Jagger, Thaddaeus Ropac und Celia von Bismark in Salzburg.

Bianca Jagger kam zur Premiere von "Don Giovanni" in Salzburg.

Anna Netrebko und der Bassist Erwin Schrott, Verlobter und Vater ihres zukünftigen Kindes

Die erste Opernpremiere der Salzburger Festspiele zeigte die Titelfigur von einer ungewohnten Seite: Zu Beginn der Champagnerarie gießt er sich den Inhalt einer Dose Bier über den Kopf, statt Schokolade serviert Don Giovanni seinen Gästen einen Joint. Ein Teil des Publikums war mit dieser Interpretation nicht einverstanden und empfing Regisseur Claus Guth am Ende der Vorstellung mit Buhrufen.

Auch unter den Applaus für Bertrand de Billy, der die Wiener Philharmoniker dirigierte, mischten sich einzelne Buhrufe. Für die Sänger hingegen gab es keine Unmutsäußerungen. Großen Jubel erntete der Darsteller des Don Giovanni, Christopher Maltman. Vor sechs Jahren brachte die letzte «Don Giovanni»-Neuinszenierung den internationalen Durchbruch für Anna Netrebko.

Diesmal sorgte Erwin Schrott, der Verlobte der russischen Sängerin, als Leporello für einen Jubelsturm beim Premierenpublikum. Annette Dasch hingegen, die neue Donna Anna und somit Netrebko-Nachfolgerin, wurde lediglich respektvoll beklatscht. Dorothea Röschmann (Donna Elvira) und Ekaterina Siurina (Zerlina) kamen hörbar besser an als die deutsche Sopranistin.

Regisseur Guth setzt «Don Giovanni» im Stil eines TV-Krimis in Szene. Don Giovanni hat beim Kampf mit Donna Annas Vater (Anatoli Kotscherga) einen Bauchschuss abbekommen. Nur mit Hilfe von Drogen kann sich der tödlich Verwundete noch aufrechthalten und versucht, seine letzten Stunden voll auszukosten. Die Figuren sind Menschen von heute: Don Ottavio (Matthew Polenzani) hat stets ein Mobiltelefon am Ohr, Masetto (Alex Esposito) ist ein zeitgenössischer Kleinkrimineller. Auch die Bühne (Christian Schmidt) ist realistisch gezeichnet: Der nächtliche Wald besteht aus täuschend echten Bäumen und ist stets nur in halbdunkles Licht getaucht. Die Rezitative werden eher gesprochen als gesungen und gleichen daher Dialogen, die mit düsteren Klängen unterlegt sind.

Gespielt wird in Salzburg jene Fassung der Oper, die Mozart selbst für die Wiener Erstaufführung des in Prag uraufgeführten Stückes erarbeitet hat. Diese «Wiener Fassung» endet ­ anders als die gängige Version der Oper ­ spektakulär mit Don Giovannis Höllenfahrt. Wobei Don Giovanni in Salzburg nicht im Höllenschlund versinkt, sondern schließlich seiner Verletzung erliegt und in das schon ausgehobene Grab plumpst.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Bühne

Katarzyna Kozielska fühlt sich oft nackt bei Bühnenarbeit

Stuttgart (dpa) Frauen gibt es unter den Ballettchoreographen vergleichsweise wenige. Am Stuttgarter Ballett hat die Tänzerin Katarzyna Kozielska eine mögliche Erklärung dafür. An diesem Freitag zeigt sie ihr neues Stück.mehr...

Bühne

Wolfgang Wagner lenkt im Nachfolgestreit ein

Bayreuth (dpa) Mit der Lösung hatten Viele am wenigsten gerechnet - nun scheint sie die wahrscheinlichste: Die Geschicke der Bayreuther Festspiele lenkt schon bald möglicherweise ein Damen-Duo.mehr...

Bühne

Simone Young setzt den «Ring» fort

Hamburg (dpa) Nach dem erfolgreichen Start mit dem «Rheingold» setzt Hamburgs Opernintendantin Simone Young Wagners «Ring»-Zyklus in der kommenden Saison mit der «Walküre» fort.mehr...

Bühne

Wagner lenkt im Nachfolgestreit ein

Bayreuth (dpa) Mit der Lösung hatten Viele am wenigsten gerechnet - nun scheint sie die wahrscheinlichste: Die Geschicke der Bayreuther Festspiele lenkt schon bald möglicherweise ein Damen-Duo.mehr...

Bühne

Kraftvolle Rockoper um Liebe, Hass und späte Reue

München (dpa) Liebe und Hass, Habgier und Herrschsucht, Rache und Mord, späte Reue und Suche nach Erlösung: Die neue Rockoper «ChristO» mit der deutschen Rockband Vanden Plas zeigt die ganze Palette theatraler Gefühle.mehr...