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Mit Mambo und Pepe zur Tier-Therapie

Lama-Hengste

Seit März sind die Lama-Hengste – Pepe und Mambo – im Ardeytal daheim und fühlen sich ausgesprochen wohl. Ihre Chefin heißt Julia Sachs (32). Sie ist Sport-Therapeutin und Motopädin. Sie arbeitet freiberuflich viel mit behinderten Menschen. Tiere, wie auch Pepe und Mambo, sind dabei ihre tierischen Therapeuten.

ANNEN

, 07.06.2014

Die beiden müssen allerdings noch eine Menge lernen. Sich aneinander, an ihre neue Umgebung und an andere Tiere gewöhnen. Damit lässt sich Julia Sachs auch sehr viel Zeit. Denn die beiden Hengste sind nicht die einzigen Tiere, die unter ihrer liebevollen Obhut stehen. Ein paar Schritte weiter – auf einer anderen Weide – steht die „Villa Kunterbunt“. Hier wohnen in kleinen bunten Ställen ganz viele Tiere friedlich beieinander. Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner, Gänse und manchmal auch zwei Ziegen. Zum Fressen kommen auch gerne mal die beiden Schafe Mathilda und Frieda vorbei.„Es ist wunderbar, wenn man diese Harmonie erlebt“, erzählt Julia Sachs.

„Das kleine Kaninchen futtert neben dem großen Schaf. Das Huhn pickt neben meinem Hund Nala. Die Gänse machen es sich im Karnickel-Haus bequem. Alles ist hier ganz entspannt. Eine Einheit in der Vielfalt.“ Und es ist tatsächlich so. Unter dem Kirschbaum liegen die Schafe, die Gänse und die Ziegen. Eine wahre Idylle. Julia Sachs hat ein Herz für Tiere. Ein sehr großes sogar. Viele „Tierische Therapeuten“ gehören zu ihrem Team. Auf rund 102 Füßen, Pfoten und Hufen. Und jedes Tier hat einen Namen. Mindestens vier Stunden täglich verbringt Julia mit ihren Tieren. Füttern, misten, Zäune reparieren. Bei Wind und Wetter. Jetzt im Sommer ist es ein angenehmer Job. Im Winter wird die Arbeit oftmals eine Herausforderung. Aber ihr Mann Jens, die Eltern und Nachbarskinder sind ihr stets eine große Hilfe.

Außenseiter waren Julia Sachs immer wichtig. Tiere, die eigentlich keiner mehr haben wollte. Viele hat sie direkt vom Schlachthof geholt. Auch ihre sechs Hühner hatten kein schönes Leben. Sie stammen aus einer Legebatterie und waren schon dem Tod im Suppentopf geweiht. Über die Aktion „Rettet das Huhn“ kamen Henriette, Hildegard, Heidelinde, Hannelore, Hedwig und Huberta schließlich nach Witten. Jetzt blühen sie richtig auf. Gelegentlich legen sie nochmal ein Ei. Julia Sachs will mit ihrer „tiergestützten“ Therapie Menschen helfen. In Altenheimen, Kitas und Schulen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen oft Menschen, die ein Handicap haben.

„Mit Tieren kann man Eis brechen und Mauern einreißen. Denn Tiere haben keine Vorurteile“, erklärt sie. Hund Nala ist immer an ihrer Seite. Die beiden sind die Chefs in der Villa Kunterbunt. Von allen akzeptiert. Von allen geliebt. Mit den Lamas hat sich Julia Sachs einen eigenen Traum erfüllt. „Lamas sind sehr geduldig, zutraulich und aufmerksam“, erzählt sie begeistert. Ihr größter Wunsch wäre ein Transporter, um die großen Tiere leicht zu Therapiesitzungen mitzunehmen. „Es kann auch eine alte, verbeulte Kiste sein“, sagt sie lachend.

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