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Mit Meditation auf der Suche nach innerer Ruhe

Düsseldorf (dpa/tmn) Wer kennt sie nicht, die tägliche Hetze zwischen Arbeit, Partner und den eigenen Bedürfnissen. Und wer wünscht sich nicht manchmal mehr Ruhe und Gelassenheit im Alltag? Ein möglicher Weg dorthin ist die Meditation.

Mit Meditation auf der Suche nach innerer Ruhe

Konzentration auf das Wesentliche: Wer durch Meditation zu sich selbst finden will, kann diesem Ziel zum Beispiel mit Yoga näher kommen. (Bild: TK/dpa/tmn)

Lutz Hertel, Psychologe beim Deutschen Wellness Verband in Düsseldorf, ist von ihrer Wirkung überzeugt: «Wir sehen in Meditation viel mehr Wellness-Sinn als in Massagen oder Wellness-Packungen. Bei der Meditation ist man aktiv - im Gegensatz zu den meisten anderen Wellness-Anwendungen.» Die Wirkung sei so nachhaltiger.

Wissenschaftliche Studien haben dem Berufsverband Deutscher Internisten in Wiesbaden zufolge ergeben, dass durch Meditation in Kombination mit Atemtechnik leichtere Bluthochdruckformen positiv beeinflusst werden können. Neben den körperlichen Vorteilen geht es aber vor allem um die geistige Gesundheit: «Meditieren heißt wörtlich 'Maß nehmen' und 'sich orientieren'», sagt Gerhard Tiemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Alternative Medizin in Hannover.

Die Grunddefinition des Meditierens sei Verharren und nur noch Wahrnehmen: «Man denkt nicht über die Steuererklärung nach und erwartet nach einer Weile gar nichts mehr. Und in diesem Zustand tauchen Gedanken, Bilder, Gefühle wie von selbst auf - eine Art Strom». Fokussieren verleihe Kräfte, sagt auch Hertel: «Letztlich ist das die Technik, mit der die asiatischen Kampfkünstler unglaubliche Dinge schaffen.»

Beim Meditieren führen viele Wege zum Ziel: vom stillen Sitzen über Atemübungen zu Tanz und Bewegung. Bei allen Techniken muss sich das Gehirn auf ein Wort, einen Klang, einen Anblick konzentrieren und ist beschäftigt - eine Art Krücke, um die Gedanken still zu stellen. Wer die persönlich passende Methode sucht, sollte sich fragen: Was tue ich am liebsten? Mantren-Meditation oder Klangmeditation funktionieren über Klänge und Stimme. Wer sich gern bewegt, kann zum Beispiel durch Qi Gong, Tai Qi oder Teile des Yoga meditieren.

«Yoga ist eben nicht nur Körperarbeit, sondern ein Weg der Selbsterkenntnis, der den Verstand oder Geist, den Atem und den Körper integriert», sagt Anke Rebetje vom Bundesverband der Yogalehrenden in Deutschland in Göttingen. Und das sei für jeden geeignet, sagt sie. «Im Yoga trainieren wir die körperlichen Voraussetzungen fürs Meditieren durch Asanas, die Körperhaltungen im Yoga.» Meditation sei Loslassen, Yoga eine Methode der Selbsterkundung. «Am Ende gilt es, alles loszulassen.»

Der Zeitaufwand je Technik ist unterschiedlich. Für den Anfang reichten etwa zehn Minuten am Tag, sagt Tiemeyer. «Meditieren ist etwas, wo man sich am Anfang etwas überwinden muss - aber nichts, was man zwanghaft machen sollte.» Mit eiserner Disziplin sich zwei Stunden hinzusetzen, sei kontraproduktiv.

Auch für Anke Rebetje ist der Zeitfaktor nicht relevant. «Ich kann innerhalb von zwei Minuten die Essenz des Lebens verstehen oder dafür 20 Jahre oder mehr brauchen und immer noch nicht verstehen.» Deshalb sei es letztlich nicht wichtig, wie lange es dauert, bis es mit dem Meditieren klappt. Die Qualität der Erkenntnis sei von Bedeutung - und auch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten, wie Tiemeyer sagt. Meditation bringe für ein paar Augenblicke Ruhe und Abstand vom Stress. «Aber wer seinen Alltag nicht ändert, kann meditieren, bis er grün wird.»

Literatur: Marie Mannschatz: Meditation. Mehr Klarheit und innere Ruhe, Graefe und Unzer, ISBN: 978-3-7742-6836-4, 16,90 Euro; Rolf Herkert: Das kleine Yoga- und Meditations-Buch, dtv, ISBN: 978-3-423-34385-5, 4,95 Euro; David Harp, Nina Feldman: Meditieren in drei Minuten, rororo, ISBN 978-3-499-61556-6, 9,90 Euro.

Berufsverband Deutscher Internisten: www.bdi.de/bdi

Deutsche Gesellschaft für Alternative Medizin: www.dgam.de

Bundesverband der Yogalehrenden in Deutschland: www.yoga.de

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