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Mit blauem Auge davongekommen

WITTEN Ellenlanges Vorstrafenregister und geklauten Bagger in einer Scheune versteckt - dass dennoch ein mildes Urteil erging, lag an mangelnden Zeugen.

17.10.2007

Zwar kam es zwei Tage zu früh, doch auf dieses Geburtstagsgeschenk wollte der Angeklagte nicht verzichten. Erleichtert verließ er mit einem Jahr auf Bewährung, 1500 Euro Geldstrafe und der Lebensgefährtin im Arm den Gerichtssaal.

Richter Bernd Grewer hatte ihm zuvor aber die Leviten gelesen: „Es stank zum Himmel und das war ihnen auch klar.“

Zwei Meter groß und „gut gebaut“ war der Pole mit Namen „Boginsky“, der dem 45-Jährigen die Reparatur eines Baggers angetragen hatte. Doch was da auf den Angeklagten zukam, war nicht der erwartete Mini-Bagger, sondern ein ausgewachsener gelber Caterpillar – Neuwert 150 000 Euro.

Eine Scheune im Münsterland wurde angemietet und der Bagger untergestellt. „Wie eine Sardine in der Büchse“, so der Richter. Und das war auch der Knackpunkt.

Denn der Richter nahm dem Angeklagten nicht ab, dass das fast neuwertige Baufahrzeug zwecks Reparatur dort untergebracht worden war, sondern dass es dort versteckt werden sollte.

Wie der Angeklagte rasch herausgefunden hatte, war der Bagger kein bisschen kaputt.

Wofür hatte man ihm also 1500 Euro Vorkasse gezahlt? Spätestens da wurde ihm klar, dass es Diebesgut war.

 Und das gab er nach Rücksprache mit seinem Anwalt  auch zu. In der Tat war der Bagger von einer Baustelle Stockumer Straße/Dortmunder Straße entwendet worden. Den Diebstahl konnte man ihm aber auch nach Anhörung der 13 Zeugen nicht nachweisen.

So blieb es also bei einer Verurteilung wegen Hehlerei. Trotz ellenlangen Vorstrafenregisters bekam er eine letzte Bewährungsprobe. So schnell es geht, will er zurück nach Spanien. Dort hat er einen Arbeitsplatz gefunden und wohl auch ein neues Leben begonnen.