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Mit dem E-Mountainbike durch den Nordschwarzwald

Baiersbronn. Freie Fahrt für freie Radler: In der Gegend um Baiersbronn im Nordschwarzwald dürfen Biker auf alten Pfaden durchs geschützte Dickicht brausen. Wer mit elektrischer Tretunterstützung unterwegs ist, erschließt sich die Landschaft auch ohne wochenlanges Training.

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Unterwegs mit Bernd Stockburger, Mountainbike-Guide in Baiersbronn. Foto: Stefan Weißenborn

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Baiersbronn liegt im nördlichen Schwarzwald und ist ein guter Ausgangspunkt für Radtouren in der Region. Foto: Ulrike Klumpp

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Huzenbacher See mit Trails für Mountainbiker. Foto: Stefan Weißenborn

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Eigentlich sollte keine Radstrecke um den Huzenbacher See führen - dann kam es aber doch so. Foto: Stefan Weißenborn

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„Gemeinsam Natur erleben“, dazu zwei Symbole, Radfahrer und Wanderer - das ist die Botschaft für Natururlauber im nördlichen Schwarzwald. Foto: Stefan Weißenborn

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Tonbachtal im Schwarzwald: Dort liegt das „Hotel Tanne“, das auf Radtouristen ausgerichtet ist. Foto: Stefan Weißenborn

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Anlaufstelle für Biker: „Hotel Tanne“ im Tonbachtal. Foto: Stefan Weißenborn

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Bernd Stockburger ist Mountainbike-Guide im Schwarzwald. Foto: Stefan Weißenborn

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Ute und Daniel Huber machen seit vielen Jahren Urlaub im Schwarzwald - irgendwann wurden sie von Wanderern zu Bikern. Foto: Stefan Weißenborn

So plötzlich der Mountainbike-Fahrer mit dem Hipster-Vollbart zwischen den Tannen aufgetaucht ist, so schnell ist er wieder in einer Staubwolke verschwunden. Im Schwarzwald ist ein solcher Typ die Ausnahme, könnte man meinen.

Wer ein paar Tage zwischen Lörrach und Pforzheim unterwegs ist, begegnet noch weiteren modischen Vollbärten, auch unter den Wanderern. Mit dem Klischeeimage von Schinken, Kirschtorte und Kuckucksuhr haben sie nicht mehr viel zu tun. Die eher typischen Erholungsgäste der Region gibt es aber natürlich auch noch.

„Der Schwarzwald ist eine sehr alte Tourismusregion“, sagt Patrick Schreib, Tourismusdirektor in Baiersbronn im Nordschwarzwald. Viel Geschichte, viel Staub. „Doch es findet ein Wandel statt.“ Und der hat viel mit Mountainbikern zu tun.

Als Ute und Daniel Huber aus Ottenhöfen nordwestlich von Baiersbronn vor 25 Jahren das erste Mal von den Wanderstiefeln auf grobstollige Reifen umstiegen, stießen sie noch auf übellaunige Wanderer. „Die haben nicht gern Platz gemacht. Da kamen schon mal Äußerungen wie „scheiß Radfahrer““, erzählt Daniel Huber.

Im Nordschwarzwald in der Gegend um Baiersbronn sind mittlerweile rund 400 Kilometer für Radfahrer beschildert - für Wanderer sind es nur 150 Kilometer mehr. Die Wege sind für alle da, das ist die Botschaft. Wo regelmäßig viele Spaziergänger unterwegs sind, zum Beispiel an der Walterhütte bei Obertal, wurden neue Radwege gebaut.

Die Mehrheit der Pfade, die den Bikern vorbehalten sind, sind jedoch alte Hüteweg, die einst von Bauern und ihren Herden genutzt wurden. In der Sprache der Mountainbiker heißen diese Pfade Singletrails. Sie sind für die Biker so etwas wie Königswege, weil sie oft mitten durch die Wälder führen.

Bernd Stockburger arbeitet in Baiersbronn als Mountainbike-Guide. Er kennt viele Pfade, auch die noch nicht beschilderten, die sich tief durch den 2014 gegründeten Nationalpark Nordschwarzwald schlängeln. Innerhalb des Parks ist das Wegenetz noch nicht ganz ausgeschildert. Ranger und Förster könnten theoretisch eine Strafe verhängen, wenn man ordnungswidrig auf nicht vorgesehenen Trails durch den Wald braust. Doch passiert sei das noch nicht.

„Dafür kommen immer mehr junge Leute in den Schwarzwald, seit die Zwei-Meter-Regel in einem Pilotprojekt in Baiersbronn aufgehoben wurde“, erzählt Stockburger. Diese in Baden-Württemberg geltende Vorschrift besagt, dass Radfahrer auf Waldwegen mit mindestens zwei Metern Breite fahren dürfen.

„Baiersbronn ist die erste Gemeinde in Baden-Württemberg, die Mountainbike-Strecken mit Single-Trails aufweist“, sagt Jutta Möhrle. Auch sie ist passionierte Mountainbike-Fahrerin. Und sie betreibt mit ihrem Mann das „Hotel Tanne“ und verleiht dort E-Mountainbikes. Die Herberge mit Baumhaussauna im Tonbachtal ist ganz auf Radtouristen ausgerichtet, die nach getaner Pedalarbeit entspannen wollen.

E-Mountainbikes machen für Radler auch Ecken zugänglich, die sie ohne Antriebshilfe nicht erreichen würden. Auf einer 80-Kilometer-Tour mit Guide Stockburger zeigt sich das gut. Von Eco bis Turbo gibt es am E-Mountainbike oft bis zu vier Stufen. Wer aber immer die höchste wählt, hat den Akku womöglich schnell leer gefahren. Stockburger mahnt deshalb zur Mäßigung. „Eine nur leichte Tretunterstützung empfiehlt sich auch, wenn es auf lockerem Grund durch Kurven geht“, sagt er. „Mit zu viel Schub kann es dich aus der Kurve tragen.“

Die Routenvielfalt ist groß. Nur an touristischen Hotspots wie dem Ruhestein kommen sich Wanderer und Radler schon mal ins Gehege. Auf dem Rückweg kläfft ein kleiner Hund, als wollte er sich an der Leine erdrosseln. „Er mag keine Fahrradfahrer“, sagt die wandernde Halterin. Und lächelt freundlich.

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