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"Ein Horrorszenario"

Mitarbeiter geschockt über Tengelmann-Aus

BERLIN Die Mitarbeiter von Kaiser’s Tengelmann reagieren geschockt auf das Scheitern der Verhandlungen über eine Übernahme durch Edeka. „Das ist ein Horrorszenario“, erklärte Rainer Schroers, Betriebsratsvorsitzender von Kaiser’s Tengelmann in Nordrhein-Westfalen.

Mitarbeiter geschockt über Tengelmann-Aus

Die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann steht vor der Zerschlagung.

Nach gescheiterten Rettungsverhandlungen soll die verlustreiche Supermarktkette Kaiser's Tengelmann mit 15.000 Beschäftigten zerschlagen werden. Der Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub rechnet mit dem Verlust einer „großen Zahl“ von Arbeitsplätzen. Er sei wie vor den Kopf gestoßen, sagte der NRW-Betriebsratsvorsitzende Rainer Schroers. „Wenn sich bestätigt, was wir hören, ist das das Schlimmste, was den Mitarbeitern von Kaiser’s Tengelmann passieren kann.“ Schroers erklärte, Wut und Enttäuschung seien erheblich. „Die Hoffnungen war nicht nur bei uns Betriebsräten groß, sondern auch bei den Mitarbeitern“, so der Betriebsratschef. „Wir waren guter Dinge, jetzt sind wir am Boden zerstört.“

Verdi will Zerschlagung verhindern

Die Gewerkschaft Verdi hat den Abbruch der Verhandlungen zu Kaiser's Tengelmann scharf kritisiert. „Wir können nicht nachvollziehen, dass die Gespräche vorzeitig beendet wurden beziehungsweise für gescheitert erklärt worden sind“, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Freitag in Berlin.

Die Gewerkschaft werde auch jetzt noch alles daran setzen, eine Zerschlagung des Unternehmens zu verhindern. „Wir erwarten, dass alle Beteiligten dazu ihren Beitrag leisten, auf der Basis der Ministererlaubnis und damit der Tarifverträge zu einer Lösung zu finden“, so Nutzenberger. Die Zukunft von 16.000 Menschen dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. Derzeit liefen noch Kontakte zwischen der Gewerkschaft und den Beteiligten, berichtete eine Sprecherin. „Wir gehen noch nicht davon aus, dass die Gespräche zu Ende sind“, sagte sie.

Interessensbekundungen werden eingeholt

Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub sowie die beteiligten Handelsketten Edeka und Rewe hatten zuvor die Verhandlungen überraschend für beendet erklärt. Bereits ab der kommenden Woche sollen für das Kaiser's-Filialnetz der Vertriebsregion Nordrhein sowie die Fleischwerke in Viersen (NRW), Donauwörth (Bayern) und Perwenitz (Brandenburg) Interessensbekundungen am Markt eingeholt werden. Die „Verwertungsphase“ der Vertriebsregionen München und Berlin solle zeitverzögert starten, hieß es. Haub erklärte am Donnerstagabend, er habe die Geschäftsführung von Kaiser's Tengelmann beauftragt, in umfassende Sozialplanverhandlungen einzutreten

„Leider müssen wir davon ausgehen, dass für zahlreiche Filialen kein Supermarktbetreiber gefunden werden kann“, sagte Haub. Bundesweit beschäftigt Kaiser's Tengelmann noch rund 15.000 Menschen in über 400 Filialen. 

KÖLN/MÜHLHEIM Seit langem gab es Gezerre um die Zukunft von Kaiser's Tengelmann. Nun sind die Rettungsbemühungen von Edeka gescheitert. Womöglich werden viele Mitarbeiter ihren Job verlieren - auch wenn Rewe ein neues Angebot vorgelegt hat. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel pocht auf eine Lösung.mehr...

MÜLHEIM/RUHR Im Streit um die Zukunft der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann haben die beteiligten Unternehmen und Verdi eine Fristverlängerung vereinbart. Beim einem Krisengipfel am Donnerstag hätten sich die Parteien auf das Ziel verständigt, die umstrittene Ministererlaubnis umzusetzen und bis zum 17. Oktober 2016 nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen.mehr...

Viersen/Köln Kurz vor Ablauf der Frist zur Lösung des Streits um die Zukunft von Kaiser's Tengelmann haben die beteiligten Unternehmen erneut ein "zeitnahes" Spitzentreffen angesetzt, vermutlich für Donnerstag. Zum genauen Ort und Zeitpunkt wurden keine Angaben gemacht. Die Beschäftigten bangen derweil weiter um ihre Jobs - gerade in NRW.mehr...

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