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Münchener Rück entgeht nur knapp Quartalsverlust

München (dpa) Der Rückversicherer Münchener Rück ist im dritten Quartal wegen der Verwerfungen an den Börsen nur mit knapper Not um einen Verlust herumgekommen und hat sein Gewinnziel für 2008 erneut gekippt.

Münchener Rück entgeht nur knapp Quartalsverlust

Die Münchener Rück kappt ihre Gewinnerwartungen.

Nach nochmaligen Milliarden-Abschreibungen auf Aktien zwischen Juli und September werde der zuletzt angepeilte Überschuss von 2 Milliarden Euro voraussichtlich nicht erreicht, sagte Münchener-Rück-Finanzvorstand Jörg Schneider am Freitag in München. «Diese Finanzkrise ist wirklich die härteste Bewährungsprobe für die ganze Wirtschaft seit Jahrzehnten. Auch für die Münchener Rück war es ein schwieriges Jahr». Die Kursverluste an den internationalen Kapitalmärkten hätten dem Unternehmen zugesetzt.

Bereits im Sommer hatte die Münchener Rück wegen der Talfahrt an den Börsen seine Gewinnerwartungen von ursprünglich 3,0 bis 3,4 Milliarden Euro erheblich zurückgeschraubt. Im dritten Quartal blieb das Unternehmen nun mit einem Konzernergebnis von 12 Millionen Euro gerade noch in den schwarzen Zahlen, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch 1,2 Milliarden Euro verdient hatte.

Die drastischen Kursverluste an den Börsen bescherten dem Konzern alleine im dritten Quartal Abschreibungen von fast 1,8 Milliarden Euro. Seit Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007 hätten Belastungen von netto 1,4 Milliarden Euro auf die Gewinn- und Verlustrechnung gedrückt, das sei insgesamt «maßvoll», sagte Schneider.

Die Kapitalkraft des Unternehmens sei «trotz der erlittenen Einbußen nicht erschüttert», erklärte der Finanzvorstand. «Ich glaube, dass wir aus der Krise relativ zu vielen Wettbewerbern gestärkt hervorgehen.» Auch für die Zukunft zeigte sich Schneider trotz anhaltender Unsicherheiten an den Kapitalmärkten relativ zuversichtlich. «Für 2009 sehen wir keine besonderen Ergebnisbelastungen mit Ausnahme der konjunkturellen Aspekte - die treffen alle Versicherer proportional.» Verluste aus dem laufenden Jahr verbuche die Münchener Rück jetzt und schiebe sie nicht vor sich her.

Zudem rechnet der Konzern mit steigenden Preisen und besseren Bedingungen in der Rückversicherung, da die Erstversicherer wegen der Finanzkrise verstärkt Risiken an die Rückversicherer abgäben. An dem Ziel, den Gewinn pro Aktie für 2010 auf mindestens 18 Euro zu steigern, halte man daher fest, sagte Schneider. Die Dividende für 2008 soll trotz der Belastungen mit 5,50 Euro je Aktie auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Damals lag der Ausschüttung allerdings ein Überschuss von 3,9 Milliarden Euro zugrunde.

Der Konkurrent Hannover Rück hatte angesichts der Finanzkrise in den ersten neun Monaten einen dreistelligen Millionen-Verlust erlitten. Auch der Schweizer Rückversicherer Swiss Re war im dritten Quartal überraschend in die roten Zahlen gerutscht.

Das operative Ergebnis der Münchener Rück litt zwischen Juli und September unter den Folgen der Wirbelstürme «Gustav» und «Ike» und rutschte um 77 Prozent auf 260 Millionen Euro ab. Die gebuchten Bruttobeiträge konnte der Konzern dagegen leicht steigern um 1,3 Prozent auf 9,27 Milliarden Euro. Die Schadenbelastung durch die Wirbelstürme bezifferte Schneider auf knapp 400 Millionen Euro.

In der Rückversicherung rutschte das Unternehmen unter dem Strich im dritten Quartal in die roten Zahlen mit einem Minus von 35 Millionen (Vorjahr: plus 857 Mio) Euro. Auch in der maßgeblich von der Tochter ERGO geprägten Erstversicherung muss sich das Unternehmen nach einem drastischen Ergebniseinbruch von seinen Zielen verabschieden. «Nach den Aktienkursverlusten an den Weltbörsen wird der zuletzt angestrebte Jahresgewinn von über 500 Millionen Euro wahrscheinlich nicht erreicht», hieß es.

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