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Münchener Rück wirbt um Vertrauen

München (dpa) Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Münchener Rück sieht sich trotz gekappter Gewinnerwartungen für das schwierige Kapitalmarktumfeld gerüstet.

Münchener Rück wirbt um Vertrauen

Die Münchener Rück rechnet für 2008 nur noch mit einem Überschuss von «deutlich über 2 Milliarden Euro» - statt der zunächst angepeilten 3,0 bis 3,4 Milliarden Euro.

Anlass zu übertriebenen Sorgen wegen der Börsen-Turbulenzen und gestiegener Belastungen durch Großschäden gibt es aus Sicht von Konzernchef Nikolaus von Bomhard nicht. Zwar halte die Zukunft weitere Herausforderungen bereit und das Unternehmen habe die Gewinnprognose für 2008 zurückschrauben müssen, aber dies «macht uns nicht nervös und sollte die Aktionäre auch nicht nervös machen», sagte Bomhard. Das Unternehmen sei «sehr gut kapitalisiert». «Wir stehen auf einem grundsoliden, festen Fundament.» Auch die Strategie müsse nicht geändert werden. «Das heißt für mich, dass wir aus dieser Krise stärker herausgehen, als wir hineingehen, das war bei der letzten nicht der Fall.»

Bomhard verteidigte die Gewinnwarnung, mit der die Münchener Rück vor knapp zwei Wochen die Börsen verschreckt und auch andere Versicherungstitel auf Talfahrt geschickt hatte. Das Unternehmen habe «rechtzeitig und früh» reagiert, als sich abgezeichnet habe, dass sich die Kapitalmärkte nicht normalisieren. «Ein erneuter Aktienkursverfall hätte natürlich erneute Auswirkungen», räumte Vorstandsmitglied Jörg Schneider ein. Mittel- und langfristig bleibe es aber bei dem Ziel einer laufenden Verzinsung der Kapitalanlagen von 4,5 Prozent.

Im ersten Halbjahr musste die Münchener Rück Belastungen durch Großschäden von 777 Millionen Euro verkraften, nach 615 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Zwar gingen die Belastungen durch Naturkatastrophen wie Stürme und Überschwemmungen von 544 Millionen auf 425 Millionen Euro zurück. Die von Menschen verursachten Schaden-Belastungen summierten sich aber auf 352 Millionen Euro, nach 71 Millionen Euro im Vorjahr. Dabei schlugen allein zwei Brände in einer Umspannstation in Moskau sowie in den Universal Studios in Hollywood mit jeweils 30 bis 35 Millionen Euro zu Buche.

Im Gesamtjahr erwartet der Konzern statt der ursprünglich angepeilten 3,0 bis 3,4 Milliarden Euro Gewinn nun nur noch einen Überschuss von «deutlich über 2 Milliarden Euro». Für das zweite Quartal musste der Konzern zudem - ähnlich wie zuletzt auch der Schweizer Wettbewerber Swiss Re - einen Gewinneinbruch vermelden von 1,14 Milliarden Euro nach Minderheiten auf 599 Millionen Euro. Die gebuchten Bruttobeiträge verringerten sich angesichts der Dollar-Schwäche zwischen April und Juni um 1,2 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. Das Kapitalanlageergebnis brach angesichts des schwachen Börsenumfeldes von knapp 2,5 auf weniger als 1,6 Milliarden Euro ein. Dazu trugen Abschreibungen auf Aktien und andere Wertpapiere sowie Veräußerungsverluste bei.

Die Pläne für «sehr behutsame» Engagements bei Kreditrisiken bekräftigte Bomhard. Dabei wolle man sich allerdings auf Risiken aus oberen Bewertungsklassen konzentrieren. Seine Dividende will der Rückversicherer trotz der gesenkten Gewinnerwartungen zumindest stabil halten. Die Ausschüttung je Aktie solle erneut mindestens 5,50 Euro je Aktie betragen, erklärte Bomhard und bestätigte zugleich die mittelfristigen Ziele. Danach soll unter anderem der Gewinn je Aktie bis zum Jahr 2010 auf mehr als 18 Euro zulegen.

Große Übernahmen sieht Bomhard angesichts eines hohen Preisniveaus derzeit nicht. «Erwarten Sie hier keine Mega-Akquisitionen. Das ist eher unwahrscheinlich im Augenblick», sagte der Konzernchef. Kleinere und mittlere Zukäufe im Rückversicherungssegment sowie im internationalen Gesundheitssegment seien jedoch auch für die Münchener Rück denkbar. Sein Bekenntnis zur Erstversicherungstochter Ergo, die kürzlich einen Abbau von fast 2000 Arbeitsplätzen angekündigt hatte, bekräftigte Bomhard. Ergo trage maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens bei und werde das auch in Zukunft tun.

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