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Schlecker-Insolvenz

Münchner Investor Dubag kauft IhrPlatz und Schlecker-XL

EHINGEN Der Münchner Investor Dubag übernimmt nach einem Medienbericht die Tochterfirmen IhrPlatz und Schlecker-XL der insolventen Drogeriekette Schlecker. Insolvenz-Verwalter Arndt Geiwitz kritisiert derweil die Gründerfamilie Schlecker und die FDP.

Münchner Investor Dubag kauft IhrPlatz und Schlecker-XL

Das berichtete am Samstag die „Neue Osnabrücker Zeitung“ und berief sich auf Angaben des IhrPlatz-Insolvenzverwalters Werner Schneider. Der Insolvenzverwalter des Mutterkonzerns Arndt Geiwitz hatte am Freitag nach dem Beschluss über das endgültige Schlecker-Aus bereits angekündigt, dass beide Töchter voraussichtlich an einen Investor gehen werden.Parteien "handelseinig" Bislang hatte nur Dubag sein Interesse an IhrPlatz bestätigt und zuletzt hieß es, die Parteien seien sich „handelseinig“. Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Dubag ist nach eigenen Angaben auf den Erwerb und die Neupositionierung von Unternehmen in Sondersituationen spezialisiert. Dem Bericht zufolge ist der Kauf der Osnabrücker Tochter IhrPlatz bereits vollzogen. Bevor die Ihr-Platz-Anteile tatsächlich auf Dubag übertragen würden, müssten aber noch die Schlecker-Gläubiger und das zuständige Insolvenzgericht, das Amtsgericht Ulm, zustimmen. Dies dürfte aber eher formellen Charakter haben, sagte Geiwitz am Freitag ohne den Namen des Investors zu nennen.Die Chancen für die Übernahme der Schlecker-XL-Filialen durch IhrPlatz stünden gut, sagte IhrPlatz-Verwalter Schneider dem Blatt zufolge. IhrPlatz verfügt bisher über rund 490 Filialen unter eigener Marke, knapp 350 würden bei erfolgreichem Deal noch hinzu kommen. Während es eine Zukunftsperspektive für die mehr als 5000 IhrPlatz- und XL-Beschäftigten gibt, stehen rund 13.200 Schlecker-Beschäftigte bald auf der Straße. Der Gläubigerausschuss hatte am Freitag die Abwicklung des einstigen Drogerie-Giganten beschlossen.Kritik an Familie Schlecker und FDP Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz nahm dies nun zum Anlass - einem Medienbericht zufolge - zu einer Kritik-Tirade an der Schlecker-Gründerfamilie, dem Ex-Management und der FDP auszuholen. Noch bis kurz vor der Entscheidung über das endgültige Schlecker-Aus habe Geiwitz auf einen Rettungsbeitrag der Familie Schlecker gesetzt, zitierte „Der Spiegel“ den Insolvenzverwalter. Doch die Familie „war entweder nicht bereit oder nicht in der Lage“, die geforderte Summe von bis zu neun Millionen Euro zu bezahlen, sagte Geiwitz. „Aber die Familie hat noch Vermögen, und ich habe gefragt, ob sie bereit sei, eine Verlustfinanzierung zu leisten.“ Das alte Schlecker-Management sei überfordert gewesen, sagte Geiwitz laut dem Bericht. Die interne Lage des Konzerns sei ohnehin „viel dramatischer“ gewesen, als er nach den ersten Wochen vermutet hätte. An dem Schlecker-K.O. trage auch die FDP eine Mitschuld. Sie hatte Ende März eine Transfergesellschaft für rund 10.000 Schlecker-Beschäftigte verhindert.Fehler bei der Personalführung Es gäbe „eine gewisse Nähe zwischen parteipolitischen Problemen und den Äußerungen von Herrn (Philipp) Rösler“, sagte Geiwitz. Die FDP müsse nun die Folgen auch klar benennen und dürfe nicht nur auf die Arbeitsagentur verweisen. „Das hat nicht nur uns den Garaus gemacht, sondern war auch eine Farce für die Betroffenen.“ Firmengründer Anton Schlecker habe in einem Gespräch mit Geiwitz Fehler etwa bei der Personalführung eingeräumt. „Für die Familie ist es ein Schock. Anton Schlecker hat mir gesagt, dass er einiges falsch gemacht habe“, sagte Geiwitz. Die größten Gläubiger hatten am Freitag die Abwicklung des einstigen Drogerie-Giganten beschlossen. „Es ist frustrierend, dass kann ich nicht leugnen“, sagte Geiwitz.    

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