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Müntefering trauert um seine Frau

Berlin (dpa) Der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering trauert um seine Frau: Ankepetra Müntefering starb nach längerem Krebsleiden am Donnerstagnachmittag in ihrem Haus in Bonn, wie Münteferings Abgeordnetenbüro in der Nacht zum Freitag in Berlin mitteilte.

Müntefering trauert um seine Frau

Franz Müntefering und seine Frau Ankepetra (Archivfoto vom 28.06.2005).

Sie wurde 62 Jahre alt. Im November 2007 war ihr Mann überraschend von seinem Amt als Vizekanzler und Bundesarbeitsminister zurückgetreten, um sie zu pflegen.

Das Paar hatte 1995 geheiratet. Ankepetra Müntefering war langjährige Mitarbeiterin der SPD-Bundestagsfraktion - zuletzt im Büro des früheren Fraktionsgeschäftsführers Olaf Scholz, der heute als Nachfolger ihres Mannes Arbeitsminister ist. 2001 war Frau Müntefering erstmals an Krebs erkrankt. Danach wurde sie fünfmal operiert.

Müntefering hatte sich vor neun Monaten aus dem Bundeskabinett verabschiedet. Zuvor hatte er eine Auseinandersetzung mit SPD-Chef Kurt Beck wegen der Verlängerung des Arbeitslosengeldes I. Er betonte damals jedoch, der Grund für den Rücktritt sei «rein familiär und persönlich». Der frühere SPD-Partei- und -Fraktionsvorsitzende blieb Bundestagsabgeordneter. Ein politisches Comeback schloss er nicht aus. Im März sagte Müntefering, er sei zwar «im Moment in Deckung», wolle aber «irgendwie» dazu beitragen, dass die SPD die Bundestagswahl 2009 gewinne.

Zwar machte sich Müntefering auf der Berliner Bühne rar. In internen Papieren soll er jedoch Empfehlungen für den Kurs bis zur Bundestagswahl gegeben haben - darunter eine scharfe Abgrenzung zur Linken. Ende Mai forderte er dies auch öffentlich. «Es wäre sehr hilfreich, wenn meine Partei das auch noch einmal ausdrücklich beschließen würde», sagte er in der ARD. In einem anderen Interview beklagte er eine fehlende politische Führung in Deutschland.

In einer Umfrage Ende Juni bezeichneten 51 Prozent der SPD-Anhänger Müntefering als geeigneten Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Ob der 68-Jährige wieder eine aktivere Rolle in der Bundespolitik spielen wird, ist offen. Seit längerem im Gespräch ist er als künftiger Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.

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