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Mugabe verhandelt nach Putsch in Simbabwe mit Militärführung

Harare. Nach dem Militärputsch in Simbabwe herrscht eine unwirkliche Ruhe. Wie geht es weiter? Die Opposition fordert rasche und faire Neuwahlen. Doch die Drahtzieher des Coups schweigen.

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Robert und Grace Mugabe bei einer Kundgebung in Harare. Foto: AP/dpa/Archiv

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Eine lange Herrschaft des Militärs gilt als unwahrscheinlich. Foto: AP/dpa

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Robert Mugabe hatte Emmerson Mnangagwa als Vizepräsidenten entlassen. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

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Menschen warten in Harare vor einer Bank, um Bargeld abzuheben. Foto: AP/dpa

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Das Standbild eines Videos zeigt Simbabwes Generalmajor Sibusiso Moyo in einer Ansprache im staatlichen Fernsehen. Foto: Uncredited/ZBC/AP

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Soldaten untersuchen in Harare, Simbabwe, auf einer Straße, die zum Büro von Präsident Mugabe führt, ein Fahrzeug. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

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Harare: Es gehe darum, eine „sich verschlimmernde politische, soziale und wirtschaftliche“ Krise zu überwinden, erklärte Generalmajor Moyo in einer Ansprache im staatlichen Fernsehen. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

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In Simbabwe ist der Kampf um die Nachfolge des greisen Langzeitpräsident Mugabe eskaliert: Das Militär hat nach eigenen Angaben zeitweise die Kontrolle über den Staat übernommen. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

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Der Kampf um die Nachfolge des greisen Langzeitpräsidenten Robert Mugabe ist eskaliert. Das Militär hat in Simbabwe die Kontrolle an sich gerissen. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

Nach dem Militärputsch in Simbabwe ist die politische Zukunft des Landes weiter ungewiss: Der unter Hausarrest gestellte Präsident Robert Mugabe verhandelte mit der Militärführung, während die Opposition seinen Rücktritt und Neuwahlen forderte.

Die Putschisten hüllten sich in Schweigen, versuchten aber offenbar, einen gesichtswahrenden Abgang für Mugabe auszuhandeln. Die staatliche Zeitung „The Herald“ veröffentlichte Fotos, die Mugabe (93) im Präsidialamt im Gespräch mit Generalstabschef Constantino Chiwenga und Vermittlern zeigten, darunter die südafrikanische Verteidigungsministerin Nosiviwe Mapisa-Nqakula. Minister der Staatengemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC) empfahlen unterdessen nach Beratungen in Botsuana, dass wegen der Krise in Simbabwe ein Gipfeltreffen der Staatschefs der Region einberufen werden sollte.

Simbabwes langjähriger Oppositionsführer Morgan Tsvangirai verurteilte den Putsch der Generäle nicht, forderte aber die rasche Bildung einer Übergangsregierung und „freie, faire und glaubwürdige Wahlen“. Ziel müsse „eine komplette Rückkehr zur Legitimität“ sein, sagte Tsvangirai, der in einer Übergangsregierung ab 2009 zeitweise Mugabes Stellvertreter war. Auch die 2014 entlassene Vizepräsidentin Joice Mujuru plädierte für eine „Übergangslösung“ bis zu Wahlen.

In Harare sind weiterhin Militärfahrzeuge und Soldaten in der Nähe von Regierungsgebäuden stationiert. Die Atmosphäre war aber vielerorts entspannt, in der Innenstadt gingen die Menschen ihren Geschäften nach, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete. In einigen Armenvierteln war die Lage angespannter; viele Bewohner schienen angesichts der unklaren Zukunft des Landes beunruhigt.

Die Streitkräfte hatten in der Nacht zum Mittwoch die Macht in dem Land im südlichen Afrika an sich gerissen. Sie beteuerten aber, es handele sich nur um eine zeitweise Machtübernahme. Mugabe wurde in seiner Residenz in Harares Stadtviertel Borrowdale unter Hausarrest gestellt. Für die Verhandlungen mit der Militärführung im Präsidialamt wurde ihm offensichtlich erlaubt, die Residenz zu verlassen.

Die politische Krise in Simbabwe um die Nachfolge des seit 1980 regierenden Mugabe hatte sich schon seit vergangener Woche zugespitzt. Der Präsident hatte seinen langjährigen Stellvertreter und möglichen Nachfolger, Emmerson Mnangagwa, entlassen. Das Militär stand bislang immer hinter Mugabe, doch es war auch Mnangagwa verbunden. Beobachter mutmaßen, dass die Streitkräfte Mnangagwa den Weg zur Macht ebnen wollen. Ihn und Militärchef Chiwenga eint die Ablehnung der unbeliebten First Lady Grace Mugabe (52), die ihrem Mann im höchsten Staatsamt nachzufolgen hofft.

Simbabwe mit seinen etwa 15 Millionen Einwohnern gehört einem UN-Index zufolge zu den ärmsten Staaten der Welt. Mugabe hat die frühere Kornkammer des südlichen Afrikas heruntergewirtschaftet. Das Land hat sich bislang noch nicht von einer schweren Wirtschaftskrise erholt, in Folge derer es 2008 zu einer galoppierenden Hyperinflation und zum Zerfall der Landeswährung gekommen war.

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