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Mursi legt symbolischen Eid auf dem Tahrir-Platz ab

Kairo (dpa) Der frischgebackene Präsident Ägyptens, Mohammed Mursi, fordert das Militär heraus. Vor seinen Anhängern legte er einen Tag vor dem offiziellen Amtseid einen symbolischen Schwur auf Gott und Volk ab. Für ihn stehe das Volk über allem, sagte er.

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Ägyptens neuer Präsident Mohamed Mursi spricht auf dem Tahrir-Platz zu seinen Anhängern. Foto: Andre Pain

Mohamed Mursi (M.) auf dem Tahrir-Platz: Der frischgebackene Präsident Ägyptens legte vor seinen Anhängern einen symbolischen Schwur ab. Foto: Khaled Elfiqi

Ein Stuhl für Präsident Mursi: Anhänger des neuen ägyptischen Staatsoberhauptes feiern auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Foto: AMel Pain

Anhänger der Muslimbruderschaft wollen, dass Präsident Mursi den Amtseid auf dem Tahrir-Platz ablegt. Foto: Ahmed Fouad/ Egyptian Presidency

Vor Zehntausenden Menschen rief der Islamist am Freitagabend auf dem Tahrir-Platz in Kairo: «Keine Institution steht über dem Willen des Volkes.» Denn das Volk sei die Quelle jeder Macht und Legitimität. Im Verlauf seiner Rede unterbrach ihn die Menge immer wieder mit «Allahu akbar»-Rufen (Gott ist groß). Nach dem Ende der Rede sprach er im Abgehen noch die Eidesformel.

Der Nachfolger des im Vorjahr gestürzten Langzeitherrschers Husni Mubarak ist der erste freigewählte Präsident Ägyptens. Außerdem ist der 60-jährige Metallurgie-Ingenieur der erste Zivilist, aber auch der erste Islamist im höchsten Staatsamt. Seine Macht ist allerdings begrenzt. Der Oberste Militärrat, der das Land seit dem Abgang Mubaraks regiert, hatte vor zwei Wochen das Parlament aufgelöst, durch Verfassungszusätze die Befugnisse des Präsidenten stark eingeschränkt und die meisten Vollmachten an sich gezogen.

Der kalte Machtkampf mit dem Militär, das an seinen Privilegien festhalten, aber auch eine Islamisierung des Landes verhindern will, zeigte sich auch im Tauziehen um den Ort der Vereidigung Mursis. Die Muslimbruderschaft hatte die Auflösung des Parlaments nicht akzeptiert und verlangte eine Zeremonie in dem vom Militär geschlossenen Parlamentsgebäude.

Die Generäle beharrten hingegen darauf, dass Mursi - wie in ihren Verfassungszusätzen vorgesehen - den Amtseid vor dem Verfassungsgericht ablegt. Mursi und seine Organisation, aus der er nach der offiziellen Bekanntgabe des Wahlsiegs formell ausgetreten war, gaben schließlich nach. Der neue Präsident wird sich den Eid von den Verfassungsrichtern abnehmen lassen.

Sein Auftritt sollte deshalb vor allem dazu dienen, den eigenen Anhängern den Eindruck zu vermitteln, dass man nicht eingeknickt sei. Der Tahrir-Platz, von dem im vergangenen Jahr die Massenproteste gegen Mubarak ausgegangen waren, «ist das Symbol für Freiheit, Würde und Wandel», sagte Mursi. Das Volk stehe über jeder anderen Macht. «Deshalb bin ich zuallererst zu euch gekommen.»

Auf dem Platz im Zentrum von Kairo campieren seit Wochenbeginn mehrere hundert Anhänger der Muslimbruderschaft und revolutionärer Jugendgruppen, um Druck gegen die jüngsten Eigenmächtigkeiten des Militärrats zu machen. Der Tahrir-Platz war nicht nur das Zentrum der Anti-Mubarak-Bewegung, sondern auch Schauplatz späterer Demonstrationen der Revolutionsjugend gegen die Herrschaft der Militärs. Die Muslimbrüder hatten an all dem wenig Anteil.

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