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Museum in Zülpich zeigt 2000 Jahre Badekultur

Zülpich (dpa) Das Millionen-Projekt «Römerthermen Zülpich - Museum der Badekultur» wird an diesem Freitag offiziell eröffnet und präsentiert 2000 Jahre Badekultur.

Museum in Zülpich zeigt 2000 Jahre Badekultur

Überreste einer römischen Badeanlage in Zülpich.

Errichtet wurde das Gebäude auf den Ruinen einer der besterhaltenen römischen Thermen nördlich der Alpen, einem «Wellnesstempel der Antike». «So etwas kann man woanders nicht sehen, bei anderen Ausgrabungsstätten sind von den Bädern meist nur noch die Kellergewölbe übrig», betonte Hans-Gerd Dick, Kulturreferent der Stadt Zülpich.

Die Kosten für den Museumsbau betrugen 7,3 Millionen Euro und wurden unter anderem vom Land Nordrhein-Westfalen, dem Kreis Euskirchen und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) aufgebracht. Das Museum mit seinen Ziegel-Flachbauten wird mit einer hochmodernen Geothermie-Anlage beheizt - in Anlehnung an die technisch versierten Heizmethoden der Römer.

Dass die Ausgrabungsstätte in einem so guten Zustand ist, lag den Angaben zufolge daran, dass das antike Bad im Mittelalter nicht mit anderen Häusern überbaut wurde, die die Anlage sonst zerdrückt hätten. Die Therme war zufällig bei Tiefbauarbeiten in den 1920er Jahren entdeckt worden. «Damals musste man feststellen, dass die Römer schon hatten, was Zülpich erst bekommen sollte - eine Abwasseranlage», sagte Dick.

Die römische Badekultur entspreche der modernen. Denn in der Therme wurde mehr als nur gebadet. Hier wurde enthaart, Sport getrieben, massiert, gegessen und getrunken. In dem Wellnesstempel ließen es sich nicht nur die Reichen gutgehen, sondern auch die gewöhnlichen Bürger - zu einer Zeit, als Zülpich noch «Tolbiacum» hieß. Das Badehaus war vom zweiten bis vierten Jahrhundert in Betrieb. Schon damals zeigten die Römer, wie umweltschonend man mit den natürlichen Ressourcen umgehen kann: Das Wasser für die Therme nutzten sie nach dem Baden zum Reinigen der Fußböden und schließlich zur Spülung der Latrinen.

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