Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Musical „Mandela“ beeindruckte musikalisch und durch seine Darsteller

WITTEN Jeder kennt Nelson Mandela, die Lichtgestalt des südafrikanischen Freiheitskampfes aus jüngster Zeit. Diese spannende Geschichte hat das „Theater aus Leidenschaft, a.gon münchen“ auf die Bühne gebracht.

von Peter Tölke

, 30.04.2009

Die Geschichte Nelson Mandelas und seines Kampfes für die Freiheit der farbigen Bevölkerung Süd-Afrikas zu erzählen und seine Redegewandtheit und Überzeugungskraft zu skizzieren war eine große Herausforderung für den Komponisten und musikalischen Leiter Walter Kiesbauer und die Librettistin Anna Bechstein. Sie erzählten die Geschichte Mandelas von den Anfängen des Widerstandes gegen die Apartheid, seiner fast 28-jährigen Gefangenschaft, seiner Freilassung und letztlich seines Aufstiegs zum ersten farbigen Präsidenten Süd-Afrikas. Die hauptsächlich durch Dialoge fortgeführte Handlung wurde durch zahlreiche musikalische Einlagen und Songs vertieft. Dabei beeindruckten besonders einige im Wortlaut wiedergegebene Reden Mandelas.

Die Musik Kiesbauers verband westliche Traditionen mit Elementen afrikanischer Folklore und des Jazz.. Diese Mischung ist dem Komponisten überaus gut gelungen; die verschiedenen Stimmungen der Handlung wurden überzeugend und immer mit einem „afrikanische Touch“ wiedergegeben. Melodiöse Ohrwürmer (Wir sind Südafrika, African Dream) wechselten mit rhythmisch ausgeprägten Tänzen, die das begeisterte Publikum zum Mitklatschen veranlassten. Das fünfköpfige Musikerensemble spielte mit Querflöte, Saxophonen, Gitarren, Schlagwerk und Keyboard auf konventionellen Instrumenten. Die Bühnenbilder waren sparsam, aber wirkungsvoll. Von großer Symbolkraft der je zur Hälfte schwarze und weiße Bühnenboden mit Wellblechhütten, Gitterstäben und Luxusmöbeln.

Das aus zehn Mitgliedern bestehende Ensemble verdiente sich Bestnoten und fiel durch seine stimmliche Begabung und durch seine schauspielerischen und tänzerischen Fähigkeiten auf. Charles M.Huber - bekannt aus der Krimiserie „Der Alte“ -  verkörperte besonders mit seinen Dialogen den altersweisen Staatsmann Mandela. Liz Howard als Winnie betörte mit ihrer sinnlichen Soul- und Gospelstimme, Meimouna Coffi mit ihren rassigen afrikanischen Tänzen. Als Gegenpart agierte Ralf Novak als brüllender und autoritärer Minister des Unrechtregimes. Es gab verdienten und lang anhaltenden Beifall.