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Musik für preußische Könige

WITTEN Die Preußen-Tage an der Universität Witten/Herdecke sind vorbei. Mit Musik wie am königlichen Hofe gingen sie angemessen historisch-feierlich zu Ende. Ein Flötenkonzert stammt direkt aus der Feder Friedrichs des Großen.

10.12.2007
Musik für preußische Könige

Musik am preußischen Hof.

Die junge Flötistin Novita Kundler brillierte mit dem Flötenkonzert Nr. 3 in C-Dur des Preußenkönigs. In lichtvoller Klarheit und mit Präzision ließ sich die Solistin vom sachten basso continuo des Spinett und Cello begleiten.

Feinfühlig, zeitweise auf zartes Solospiel zurückgenommen, entwickelte sich dann die Melodie von schmelzender Operettenromantik. Nur im wehmütig-ungarischen Mittelteil ließen die tiefen Streicher zuweilen an dröhnende Glocken denken. Es folgte die Reprise als Huldigungsmarsch.

Das Orchester als barockes Kammerorchester gruppiert

Das große Matineekonzert unter dem Motto „Musik am preußischen Königshof“ hatte sich Organisator Klaus-Bernhard Tetzlaff gewünscht. Universitätsmusikdirektor Ingo Ernst Reihl griff dies gerne auf. Er gruppierte „Das Junge Orchester NRW“ als barockes Kammerorchester um ein Spinett.

Mit lockerer Freude schien Reihl sichtlich die Töne zu Bachs drittem brandenburgischen Konzert aus dem Orchester hervorzuziehen. Zunächst höfisch gefällig, entwickelte doch der dritte Satz große Nähe zum venezianischen Zeitgenossen Vivaldi. Doch das basso continuo ließ stets das Orgelwerk des Meisters durchscheinen.

Carl Phillip Emanuel Bach komponierte dramatischer als sein Vater

Deutlich dramatischer als das Konzert des Vaters setzte Carl Philipp Emanuel Bach den ersten Satz seines Cellokonzertes a-moll, drückte menschliche Stimmungen unmittelbarer aus, als dessen mathematisch bestimmte Musik. Die etwa 300 Zuhörer geizten nicht mit Beifall.