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Musik und Gesang zum 8. Knappentag

Parade

Etwa 2000 Bergleute aus über 100 Vereinen spazieren am Sonntag zum 8. Knappentag durch die Bochumer Innenstadt. Nicht nur aus dem Ruhrgebiet sondern aus ganz Deutschland sowie den Niederlanden, Belgien und Luxemburg sind die Bergmänner und -frauen angereist.

BOCHUM

von Von Vanessa Bolmer

, 12.09.2010
Musik und Gesang zum 8. Knappentag

Flötend durch die Innenstadt: Den Frauen geht auf der Knappen-Parade durch die Innenstadt die Puste nicht aus.

Zum Teil sogar besonders früh, damit zwischen dem strammen Programm des Festes noch Zeit für einen Besuch im Bergbau-Museum bleibt. So zum Beispiel die Bergbrüderschaft aus Zwickau. „Morgens um 5 sind wir losgefahren. Und sind jetzt immer noch fit“, sagen die Kumpels am Nachmittag. Gelohnt hat sich das frühe Aufstehen auf jeden Fall. „Das Museum ist einmalig“, sagen sie. Der Barock-Chor aus Zwickau pflegt seit Jahren eine enge Beziehung zum Ruhrkohlechor und ist wiederholt beim Knappentag dabei.

Die singenden Bergbauvereine tauschen selbst komponierte Bergmannslieder aus oder schmettern diese gemeinsam. Während der Parade durch Bochum begeistern die Zwickauer jedoch alleine mit ihrer Stimmgewalt. Eine wahre Rarität ist ebenfalls mitten unter den marschierenden Bergmännern. Der Bergbauverein aus Heerlen ist der letzte Bergbauverbund in den Niederlanden.

Ihr traditionelles Instrument, das Schalmei, hat seinen Ursprung allerdings in Ostdeutschland. 1933 gegründet, mussten die damaligen Kumpel die Instrumente aus dem Osten einschmuggeln und in den Minen verstecken. Während die Knappen die etwa 3,3 Kilometer lange Runde zurücklegen, bleibt nebenbei noch etwas Zeit, kleine, aber feine Details zu erklären: Die Kappen der Bergleute verraten nämlich so einiges über die Herkunft. So lässt sich an der Farbe die Zunft erkennen.

„Die Schwatten gehören zum Kohlebau, die Grünen zum Erzbergbau“, erklärt Siegfried Martin von der Bergbrüderschaft Pobershau. Die Federn auf den Häuptern, früher allesamt traditionell schwarz-weiß, werden heute eher den Stadtfarben angepasst. So dürfte unter den vielen Besuchern in Bochum keiner seine Kumpel verlieren.