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Pro & Kontra

Muss Roger Schmidt sein Auftreten ändern?

DORTMUND "Was bist du denn für ein Spinner? Halt doch einfach die Schnauze!" Roger Schmidt leistete sich am Samstag einen verbalen Aussetzer in Richtung Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann – und muss dafür zwei Spiele auf die Tribüne und eine Strafe von 15.000 Euro bezahlen. Wir diskutieren: Muss Roger Schmidt sein Auftreten ändern?

Muss Roger Schmidt sein Auftreten ändern?

Der Trainer Roger Schmidt von Leverkusen sitzt auf der Bank. Foto: Ina Fassbender/Archiv

Ja, er muss sich ändern - Besser Schnauze halten!

Roger Schmidt ist auf dem besten Weg, an sich selbst zu scheitern. Nicht nur, dass er sich in der Liga um seinen guten Ruf pöbelt – Schmidts Hauptproblem ist: Es fehlt an Einsicht, an Reue, an Lernfähigkeit. 

Die verbale Entgleisung am Wochenende muss man dabei nicht überdramatisieren. Die Worte in Richtung Julian Nagelsmann waren weiß Gott nicht in Ordnung, aber jeder weiß, dass im Laufe von 90 Minuten Bundesliga-Fußball Wochenende für Wochenende weitaus schlimmere Vokabeln durch Coachingzonen und Strafräume schwirren als „Schnauze“ und „Spinner“. Das muss man nicht gutheißen, es ist auch keine Entschuldigung, aber es relativiert den vermeintlichen Skandal, den manch ein Heuchler Roger Schmidt nun andichten will.

Viel schlimmer als der eigentliche Fauxpas ist Schmidts Umgang mit seinen Fehlern. Ein klares „Es tut mir leid, das war Käse“ kann er sich offensichtlich nicht abringen. Es folgt stets ein „Aber“ auf die Entschuldigung. Aber bei ihm würden „andere Maßstäbe“ angesetzt. Aber „solche Dinge seien nicht einmalig“. Aber es sei „schon hart“. Der Starrsinn scheint stärker als die Einsicht.

Dieses Verhalten sollte Schmidt schleunigst wie nachhaltig ändern. Ein erster Schritt wäre, manchmal besser die Schnauze zu halten, um im Fachjargon zu bleiben.

Von Tobias Jöhren

Nein, er muss sich nicht ändern - Ein cleverer Typ

Sind wir ehrlich: So schlimm waren die Worte nicht, die Roger Schmidt in Richtung Trainerkollege Julian Nagelsmann abfeuerte. Sätze wie „Halt die Schnauze“ oder „Was bist du denn für ein Spinner?“ gehören zwar nicht zum freundlichen Umgangston, sind aber an jedem Wochenende auf dem Fußballplatz zu hören. Muss Schmidt deswegen sein Auftreten ändern? Nein!

Dass der Trainer vom DFB-Sportgericht zu einer Zwei-Spiele-Sperre und 15 000-Euro-Geldstrafe verdonnert wurde, ist richtig und konsequent. Jetzt aber die Person und den Charakter Schmidts anzuzweifeln, ihn gar dazu zu bewegen, sich selbst zu hinterfragen, wäre völlig falsch.

Denn gerade diese Typen – mit all ihren Ecken und Kanten – sind es doch, über die sich Woche für Woche herzlichst diskutieren lässt. Schmidt ist eben kein aalglatter 08/15-Trainer, der Woche für Woche die immer gleichen, langweiligen Floskeln herunterspult. Der Bayer-Coach ist ein Typ, an dem man sich reibt, ein Trainer der mit seiner Arroganz polarisiert – und eben auch ein Mensch, mit all seinen Emotionen und Fehlern. Und er ist ein cleverer Zeitgenosse. Mit seinem Ausraster hat er nämlich ganz geschickt von der sportlichen Talfahrt der Leverkusener abgelenkt, die in Liga und Champions League ihren Ansprüchen hinterherlaufen.  

Von Patrick Schröer

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