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Mutmaßlicher „Golden State Killer“ im Rollstuhl vor Gericht

Sacramento. Ein mutmaßlicher Serienmörder in Kalifornien kommt im Rollstuhl zu seinem ersten Gerichtstermin. Ein Richter verlas am Freitag die Anklage gegen den 72-jährigen möglichen „Golden State Killer“.

Mutmaßlicher „Golden State Killer“ im Rollstuhl vor Gericht

Der Angeklagte wird in Sacramento in den Gerichtssaal geschoben. Foto: Rich Pedroncelli/AP

Ein 72 Jahre alter Mann, der als mutmaßlicher „Golden State Killer“ in Kalifornien zahlreiche Morde und Vergewaltigungen begangen haben soll, ist am Freitag im Rollstuhl vor Gericht erschienen.

Drei Tage nach seiner Festnahme fand sich der schwach wirkende Joseph James DeAngelo in orangenfarbiger Gefängniskluft erstmals vor dem Richter ein. Mit Handschellen war er an den Rollstuhl gefesselt. 

Bei der Anklageverlesung in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento wurde ihm die Ermordung eines jungen Paares im Jahr 1978 vorgeworfen. Der nächste Gerichtstermin soll Mitte Mai stattfinden. Nur wenige Minuten dauerte der Auftritt vor Gericht, DeAngelo hörte fast ausdruckslos zu. Mit leiser Stimme antwortete er dem Richter. Nach Angaben der Polizei steht er wegen Selbstmordgefährdung in der Untersuchungshaft unter Beobachtung.

In dem Gerichtssaal waren Dutzende Reporter, Angehörige der Mordopfer und Schaulustige anwesend, wie örtliche Medien berichteten. Es sei „aufregend“, dass der Mörder endlich gefasst sei, sagte die Kalifornierin Renee Voelker der Zeitung „Sacramento Bee“. Sie selbst sei 19 Jahre alt gewesen und habe in ständiger Furcht gelebt, als die Verbrechensserie 1976 begann.

Mindestens zwölf Morde und mehr als 45 Vergewaltigungen werden dem „Golden State Killer“ in den 70er und 80er Jahren in Kalifornien zugeschrieben. Am Mittwoch hatten die Ermittler bekanntgegeben, dass DeAngelo, der in einem ruhigen Vorort von Sacramento lebte, als lange gejagter mutmaßlicher Serienmörder in Gewahrsam genommen worden sei. Weitere Anklagen gegen den Mann, der früher als Polizist arbeitete, werden erwartet.

Ermittler haben sich bei ihrer langen Suche nach dem Verbrecher zuletzt auf Plattformen für Ahnenforschung gestützt, die genetische Informationen eines Verwandten enthielten. DNA-Spuren von einem der Tatorte wurden mit genetischen Informationen in Stammbaum-Datenbanken verglichen. Vorige Woche hatten sich Hinweise auf den möglichen Täter verdichtet. Die Fahnder hätten durch von DeAngelo „weggeworfene“ DNA-Proben weitere Beweise sammeln können, hieß es.

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