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Bluttat in Berlin

Mutter starb durch Messerstiche

Berlin Ein blutiges Verbrechen in Berlin erschüttert selbst erfahrene Ermittler. Ein Mann soll bei einem Ehestreit seine Frau erstochen und die Leiche dann zerstückelt haben - vermutlich vor den Augen der sechs Kinder.

Mutter starb durch Messerstiche

Die Eingangstür zu einem Wohnhaus in Berlin-Kreuzberg. Am frühen Morgen ist in einer Wohnung dieses Hauses die zerstückelte Leiche einer 30 Jahre alten Frau entdeckt worden. Foto: Britta Pedersen

Bei einem dramatischen Ehestreit ist eine Mutter in Berlin vermutlich vor den Augen ihrer sechs Kinder erstochen und dann zerstückelt worden. Der Familienvater wurde in der Nacht zum Montag als Verdächtiger festgenommen. Mehrere Augenzeugen sagten, der 32-Jährige habe seiner Frau auf der Dachterrasse im fünften Stock des Mietshauses in Kreuzberg den Kopf abgeschnitten. In Ermittlerkreisen hieß es, der 32-Jährige habe auch andere Teile der Leiche auf den Hof des Mietshauses in der Köthener Straße geworfen.

Die 30-Jährige sei durch Messerstiche in die Brust gestorben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Dies habe die Obduktion ergeben. Anschließend soll der Ehemann seine Frau zerteilt haben. Innensenator Frank Henkel (CDU) sprach von einem „abscheulichen Verbrechen“. Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg bot den Anwohnern Unterstützung an. Der Bund könne psychologische Hilfen vermitteln, sagte ein Sprecher. Mehrere Nachbarn sagten der Nachrichtenagentur dpa, die Kinder - demnach zwischen einem und 13 Jahren alt - hätten am Fenster gestanden, als das Verbrechen auf der Terrasse geschah. Die Polizei bestätigte, dass die Kinder zur Tatzeit in der Wohnung waren. Die beiden Mädchen und vier Jungen wurden dem Kindernotdienst übergeben. Sie blieben äußerlich unverletzt. Sie sollen nun in einem Heim untergebracht werden.

Nach Aussagen von Mitbewohnern hatte der aufgebrachte Mann seine Frau auf die Terrasse gezerrt und geschlagen, bis sie am Boden lag. Dann sei der 32-Jährige in die Wohnung zurückgelaufen und habe zwei Messer geholt. Er soll laut „Allahu akbar!“ (Gott ist groß!) gerufen haben, bevor er die Frau tötete. Zu einem möglichen religiösen Hintergrund machte die Polizei keine Angaben. Die Ermittler überprüfen aber, ob der 32-Jährige psychische Probleme habe, wie es Anwohner berichteten. „Den Hinweise auf Auffälligkeiten gehen wir nach“, sagte Steltner. Laut Staatsanwaltschaft soll der festgenommene Familienvater am Dienstag einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden. Noch nicht geklärt war, ob die Bluttat Mord oder Totschlag war. Der Familienvater soll immer wieder zu einer Geliebten im selben Haus gegangen sein, mit der er auch zwei Kinder habe, sagte eine Mitbewohnerin des Hauses, in dem vor allem türkische und arabische Familien leben. Die Ehefrau habe ihren Mann aus der Wohnung geworfen, sagte die Nachbarin in der dritten Etage der dpa. Die Mutter, die erneut schwanger gewesen sein soll, habe sich öfter bei ihr ausgeweint. Es soll zwischen den Eheleuten oft Streit gegeben haben. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten dies nicht und nannten nur wenige Einzelheiten. Mieter hatten demnach gegen 1.15 Uhr per Notruf die Polizei alarmiert. Der lautstarke Streit hatte anscheinend mehrere Bewohner aufgeschreckt.

Für die Frau kam jede Hilfe zu spät. Ein Sprecher sagte, die erste Polizeistreife sei unmittelbar nach dem Anruf in der Köthener Straße eingetroffen. Weitere Kräfte seien zur Unterstützung gekommen. Der Mann habe sich gegen seine Festnahme gewehrt, wurde aber überwältigt. Laut Staatsanwaltschaft wurde der 32-Jährige vor Jahren zu einer Bewährungsstrafe wegen Steuerdelikten verurteilt. Er soll in der Baubranche tätig gewesen sein. Der Mann soll Delikte im Straßenverkehr begangen haben. Frühere Gewalttaten seien aber nicht bekannt, erklärte die Polizei. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Terre de Femmes wird in Deutschland alle zweieinhalb Tage eine Frau durch ihren Partner getötet.

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