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Kein Geld für Transfergesellschaft

NRW-Arbeitsminister Schneider: "Land kann Schlecker nicht retten"

DÜSSELDORF Schlechte Aussichten für die Schlecker- Frauen in NRW: Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) lehnt finanzielle Hilfen des Landes für die Beschäftigten der insolventen Drogeriemarktkette ab.

NRW-Arbeitsminister Schneider: "Land kann Schlecker nicht retten"

Wenig Hoffnung auf Transfergesellschaft für die Schlecker-Frauen auch in NRW.

 „Das Land Nordrhein-Westfalen allein ist finanziell nicht in der Lage, einen solchen Fond zu stemmen“, sagte Schneider am Montag nach einem Treffen mit Schlecker-Betriebsrätinnen in Düsseldorf. Eine Transfergesellschaft oder ein Sonderfonds für die rund 2500 Schlecker-Beschäftigten in NRW könne nur vonseiten der Bundesregierung kommen. Auch für einen gemeinsamen Fond mit anderen Bundesländern machte der Arbeitsminister keine Zusage. „Ich habe den Schlecker-Frauen heute nichts versprochen, was ich nicht halten kann“, sagte Schneider.

Bei der Vermittlung in neue Jobs durch die Arbeitsagenturen sieht Schneider noch Nachholbedarf. „Es ist deutlich geworden, dass die Chancen auch in NRW begrenzt sind“, sagte Schneider. Viele ehemalige Beschäftigte würden nur in befristete Stellen und 400-Euro-Jobs vermittelt. Einige der Gekündigten müssten nach vielen Jahren Berufserfahrung sogar mit Praktika im Einzelhandel wieder von vorn beginnen, kritisierte Lieselotte Hinz, Bereichsleiterin Handel der Gewerkschaft Verdi in NRW. „Unternehmen des Einzelhandels nutzen diese Lage der Kolleginnen aus“, sagte Hinz. „Ich fordere die Landesregierung auf, da einen Riegel vorzuschieben.“

„Man kriegt nur Absagen, weil man mit 40 schon zu alt ist, oder überqualifiziert und deshalb zu teuer“, sagte eine Beschäftigte der Kette aus Marl. Den Ausverkauf in den Filialen wollen die Schlecker-Frauen trotz der schwierigen Lage bis Ende Juni fortsetzen, sagte Ulrike Ruiter, die in einer Schlecker-Filiale in Münster arbeitet. „Wir werden unsere Verkaufsstellen am 30. hoch erhobenen Hauptes verlassen.“ Bis Monatsende müssen die Beschäftigten mit ihrer Kündigung rechnen. „Die Hoffnung ist, dass wir nicht sofort ins Bodenlose fallen“, sagte Schlecker-Betriebsrätin Gabriele Wittig. Dass die Familie Schlecker möglicherweise ein Finanzpolster unterschlagen habe, mit dem die Zerschlagung hätte verhindert werden können, nannte Wittig eine „Farce“. Am vergangenen Freitag hatten die größten Gläubiger das endgültige Aus für die insolventen Drogeriekette aus dem baden-württembergischen Ehingen beschlossen.

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