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Nachwuchssorgen

NRW-CDU auf Kandidatensuche

NRW Die CDU in Nordrhein-Westfalen ringt nach dem desaströsen Ergebnis bei der Landtagswahl um Lösungen für die Zukunft. In der Partei mehren sich Stimmen, die sagen, dass die geplante Doppelspitze aus Armin Laschet und Karl-Josef Laumann nur eine Übergangslösung sein dürfe.

NRW-CDU auf Kandidatensuche

Armin Laschet (l.) und Karl-Josef Laumann

„Mit diesem Duo wird kein Neuanfang dokumentiert“, kritisiert etwa der Kreisvorsitzende der CDU Gelsenkirchen, Guido Tann. „Der Partei fehlt offenbar der Mut, auf jüngere Leute zu setzen.“ Auch Tanns Amtskollege Hubert Hüppe betrachtet die vom Landesvorstand gewünschte Doppelspitze nur als Lösung auf Zeit. „Es gibt ja derzeit keine anderen Kandidaten“, sagt der Kreisvorsitzende der CDU Unna. Unter den Jüngeren in der Partei sehe er auch niemanden, „der sofort in der Lage wäre, den aufgewühlten Landesverband zu führen“. Jetzt lange Personaldiskussionen zu führen, hält der Werner allerdings für falsch. „Das würde die Partei nur spalten.“

Und der Kreisvorsitzende der CDU Unna ist nach dem Wahldebakel nicht der Einzige, der sich weigert, zur Tagesordnung überzugehen. „Wir brauchen einen Stilwechsel, einen ehrlichen Schnitt“, findet etwa der Havixbecker Marc Henrichmann, Kreisvorsitzender der CDU Coesfeld. Dass der Landesvorstand sich ohne Rücksprache mit der Basis „holterdiepolter“ für eine Doppelspitze aus Armin Laschet und Karl-Josef Laumann entschieden habe, sei dort gar nicht gut angekommen. Der Beschluss, die alten Haudegen an die Spitze zu stellen, werde auch deshalb kritisch gesehen, weil er den Eindruck erwecke, „dass man einfach durchrotiert“, sagt der 36-Jährige. „Wenn Laschet Parteichef wird, darf das keine One-Man-Show sein.“

Der Parteienforscher Ulrich von Alemann rät der CDU deshalb zu einer schrittweisen personellen Erneuerung. „Wenn die Hälfte der Legislaturperiode um ist, muss man darüber nachdenken, wem die Zukunft gehört und vielleicht einem dritten Kandidaten Platz machen“, sagt der Politikwissenschaftler der Heinrich Heine Universität Düsseldorf. „Im Windschatten des Duos Laschet/Laumann einen jungen Spitzenkandidaten aufzubauen, wäre sicher keine schlechte Strategie“, sagt der Politikwissenschaftler. „Vorausgesetzt, man findet jemanden.“ Derzeit allerdings sei da niemand in Sicht.

Nachwuchsprobleme bei der nordrhein-westfälischen CDU? Sven Volmering, Vorsitzender der Jungen Union in NRW, will davon nichts wissen. Der Partei fehle es keineswegs an Nachwuchs – wohl aber an der mittleren Generation bis 45 Jahre. Dabei gibt es die durchaus: Neben Spahn (32) und Henrichmann wären da etwa der frühere Generalsekretär der NRW-CDU, Hendrik Wüst (36) aus Rhede, Christina Schulze Föcking (35) aus Steinfurt, der Paderborner Carsten Linnemann (34), Thomas Kufen (38) aus Essen, die Kölnerin Andrea Verpoorten (39) und natürlich Philipp Mißfelder, Bundesvorsitzender der Jungen Union aus Gelsenkirchen. Der 31-Jährige wollte sich allerdings gestern auf Anfrage lieber gar nicht äußern.

„Was wollen Sie machen, wenn sich niemand berufen fühlt?“, sagt Guido Tann über die junge Generation und seufzt. Auch Steffen Kanitz, mit 28 Jahren einer der jüngsten CDU-Kreisvorsitzenden, zieht es nach eigenem Bekunden nicht in die Landespolitik. Er will 2013 für den Bundestag kandidieren. Heute allerdings hat er erstmal einen Termin in Düsseldorf. Mit seinen Amtskollegen trifft Kanitz dort auf Armin Laschet. Auf einen allzu entspannten Abend sollte sich der designierte Landesvorsitzende wohl nicht einstellen. Der Gelsenkirchener Tann jedenfalls prohezeit: „Da wird es hoch hergehen.“

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