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NRW-Integrationsminister lobt Tafel-Mitarbeiter

Essen. Auch die NRW-Landesregierung verfolgt die Debatte um die Essener Tafel. Integrationsminister Stamp besuchte am Samstag die Essensausgabe und nahm die Ehrenamtlichen in Schutz. Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert einen „Masterplan zur Armutsbekämpfung“.

NRW-Integrationsminister lobt Tafel-Mitarbeiter

In der Ausgabestelle der Essener Tafel werden Lebensmittel einsortiert. Foto: Roland Weihrauch

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) hat bei einem Besuch bei der Essener Tafel die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter gewürdigt.

Einige arbeiteten bereits sei mehr als 20 Jahren dort, „um anderen Menschen ein bisschen ihr Leben zu verbessern. Das ist eine ganz wichtige Leistung, die man anerkennen muss“, sagte Stamp am Samstag nach einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Trägervereins, Jörg Sartor, in Essen.

„Es gibt hier keine Rassisten, sondern es gibt hier viele engagierte Mitarbeiter, die etwas für alle in der Essener Gesellschaft tun wollen“, sagte der Politiker weiter.

Der Minister wiederholte seine ablehnende Position zum vorübergehenden Aufnahmestopp der Tafel für Ausländer, der in der vergangenen Woche eine bundesweite Debatte ausgelöst hatte. Bei dem Angebot solle nicht die Herkunft, sondern die Bedürftigkeit entscheidend sein, so Stamp.

In der Debatte um die Arbeit der Tafeln in Deutschland forderte der Paritätische Wohlfahrtsverband einen „Masterplan zur Armutsbekämpfung“. „Es gibt faktisch ein steigendes Armutsproblem in Deutschland. Das wird bei den Tafeln greifbar“, sagte der nordrhein-westfälische Landesgeschäftsführer Christian Woltering der dpa. In der Debatte werde offensichtlich, „was schon lange rumort hat: Dass es in Deutschland an vielen Stellen nicht so läuft wie die Politik uns weißmachen will“. Woltering kritisierte erneut die Entscheidung der Essener Tafel, vorübergehend keine Ausländer aufzunehmen. „Das ist kein vernünftiger Weg, um Bedürftigen zu helfen.“

Seit dem 10. Januar nimmt die Essener Tafel keine Ausländer mehr als Neukunden an. Die Hilfsorganisation begründet ihr Vorgehen mit einem bereits sehr hohen Anteil an Ausländern unter ihren Kunden. Gerade ältere Menschen und alleinerziehende Mütter hätten sich von den vielen fremdsprachigen jungen Männern in der Warteschlange abgeschreckt gefühlt. Nach heftiger Kritik soll ein Runder Tisch eine Neuregelung für die Essener Tafel erarbeiten. Moderiert vom Essener Sozialdezernenten sollen auch Wohlfahrtsverbände und Migrantenorganisationen daran teilnehmen. Wann das Gremium zusammentritt, wollten die Beteiligten am Samstag nicht verraten.

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