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NRW nimmt Abstand von Verkauf des WestLB-Anteils

DÜSSELDORF Die NRW-Landesregierung nimmt Abstand von den Verkaufsplänen für ihren WestLB-Anteil.

NRW nimmt Abstand von Verkauf des WestLB-Anteils

Im Landtag wird über die WestLB diskutiert.

Auf die Frage nach dem Verkauf sagte Finanzminister Helmut Linssen (CDU) nach einer Sitzung des Landtags-Finanzausschusses am Mittwoch in Düsseldorf: „Ich sehe den nicht.“ Die WestLB hat wegen Fehlspekulationen und den Auswirkungen der internationalen Finanzmarktkrise Anfang dieser Woche für das Gesamtjahr 2007 einen dreistelligen Millionenverlust angekündigt.

Zur Bank stehen

Nun komme es darauf an, dass die Eigentümer zur Bank stünden, sagte Linssen. NRW ist direkt und indirekt mit rund 38 Prozent an der Bank beteiligt.

WestLB-Vorstandschef Alexander Stuhlmann hat unterdessen die Besitzer der Bank zu einer gemeinsamen Positionierung zur Zukunft des Unternehmens aufgefordert.  „Eine rasche Position der Anteilseigner wäre gut, um die Verunsicherung bei Mitarbeitern und Kunden der Bank zu verkürzen“, sagte Stuhlmann am Mittwoch in Düsseldorf vor dem Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags. Ein „Weiter so“ werde es mit ihm bei der WestLB nicht geben. Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung der krisengeschüttelten Bank sagte Stuhlmann, die WestLB sei „stark genug, um Belastungen zu schultern“. Das Unternehmen verfüge über eine „zufriedenstellende Liquiditätsausstattung“.

Prüfbericht bestätigt Mängel

Am Montag hatte der WestLB-Aufsichtsrat einen KPMG-Prüfbericht im Auftrag der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu den Vorfällen im Eigenhandel der Bank diskutiert. „Die bisherigen Erkenntnisse zu den Mängeln bei der WestLB haben sich dabei bestätigt“, sagte Finanzminister Helmut Linssen (CDU) am Mittwoch den Parlamentariern. Über mögliche weitere personelle Konsequenzen bei der Bank wolle das Aufsichtsgremium erst dann entscheiden, wenn eine Stellungnahme der BaFin zum KPMG-Bericht vorliege.

Gewinnprognose korrigiert

Die WestLB hatte am Montag ihre Gewinnprognose 2007 wegen der erheblichen Kursverluste bei strukturierten Wertpapieren in den vergangenen Wochen korrigiert. Die Bank erwartet nun im Konzern einen Verlust vor Steuern von mindestens 100 Millionen Euro. Bisher rechnete die WestLB AG damit, 2007 ein positives Konzernergebnis vor Steuern zu erreichen.

Die WestLB war durch Fehlspekulationen im Eigenhandel in den vergangenen Monaten unter Druck geraten. Vorstandschef Thomas Fischer und weitere Manager wurden abgelöst. Zudem nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf, und die BaFin ordnete eine Sonderprüfung an. Seitdem steht die WestLB im Mittelpunkt von Fusionsspekulationen im deutschen Landesbankensektor. Die an der WestLB beteiligten beiden Sparkassenverbände Westfalen-Lippe und Rheinland favorisieren dabei einen Zusammenschluss mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

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