Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Schaf in Ostwestfalen gerissen

Nach 180 Jahren: Der Wolf ist zurück in NRW

NRW 180 Jahre nach seiner Ausrottung ist der Wolf nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt. Das hat das NRW-Umweltministerium am Freitag bestätigt. Nach der Auswertung von DNA-Spuren wissen die Fachleute: Ja, in Ostwestfalen hatte das Tier ein Schaf angefallen. Was naturgemäß nicht allen gefällt.

Nach 180 Jahren: Der Wolf ist zurück in NRW

Der Grauwolf kehrt zurück - offenbar auch nach NRW. Dieses Bild zeigt ein Tier im Wolfscenter des niedersächsischen Dörverden.

Am 19. Januar 1835 war im münsterländischen Ascheberg-Herbern der letzte Wolf Westfalens erlegt worden. Seit 1904 gab es in ganz Deutschland keine Wölfe mehr.

Erst 1998 kehrten die Tiere zurück. Die ersten Rudel siedelten sich in der Oberlausitz an, zogen dann weiter über Brandenburg und Sachsen-Anhalt nach Niedersachsen.

2009 wagte sich erstmals wieder ein Wolf nach Nordrhein-Westfalen - allerdings nur kurz. Auf der Suche nach Nahrung streifte ein Tier von Hessen aus durch den Kreis Höxter, zog dann aber wieder zurück.

Auswertung von DNA-Spuren aus dem Dezember 2014

Jetzt gibt es einen neuen Fund: DNA-Spuren, gefunden im Oppenweher Moor im Kreis Minden-Lübbecke (Ostwestfalen). Ende Dezember war ein Schaf an den hinteren Läufen angefallen worden. Das Tier wurde nicht direkt totgebissen, starb aber später an den Folgen der Verletzung.

Eine Auswertung der Spuren musste dann zeigen: War's ein Wolf oder nicht? Die Antwort lieferte Frank Seidlitz, Sprecher des Umweltministeriums NRW am Freitagmorgen: "Das ist in der Tat so. Das ist Wolfs-DNA." Und: Dieses Tier sei offenbar nicht auf der Durchreise, sondern habe sich in Ostwestfalen angesiedelt.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel formulierte es ein wenig zurückhaltender: "Es konnte zwar noch nicht endgültig geklärt werden, ob es sich um eine dauerhafte Rückkehr in der Grenzregionen zu Niedersachsen oder um ein durchziehendes Tier handelt. Dies müssen weitere Wolfs-Beobachtungen klären." Sicher sei hingegen: "Die natürliche Rückkehr des Wolfes nach Nordrhein-Westfalen ist wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden."

Die DNA-Spuren wurden ausgewertet beim Labor für Wildtiergenetik des Senckenberg-Instituts in Gelnhausen. Das ist nationales Referenzzentrum für genetische Analysen bei Wolf und Luchs.

Groß ist die Freude beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und bei den Jägern. "Der Wolf ist ein Bestandteil unseres Ökosystems", sagte Nabu-Sprecher Thomas Pusch: "Schön, dass er nach so vielen Jahren freiwillig und von alleine zurückkommt." Andreas Schneider vom Landesjagdverband NRW unterstrich: "Wir begrüßen den natürlichen Zuzug des Wolfes - genau wie den von Bär, Luchs und Co."

Seit 2010 beschäftigen sich Land, Jäger, Naturschützer, Schäfer und andere Gruppen gemeinsam mit der Frage: Was tun, wenn der Wolf zurückkehrt? Denn dass er zurückkehre - daran bestand kein Zweifel.

Was bedeutet die Rückkehr des Wolfes für Mensch und Tier?

Hinweis: Dieses Interview haben wir zwei Tage  vor der Meldung "Wolf zurückgekehrt" geführt.

Sorgen bei den Schäfern - vor allem um die Kosten

Während sich Naturschützer also freuen, wachsen bei den Schäfern die Sorgen. Auch beim Fall des Wolfes 2009 im Kreis Höxter "ist ein Schaf gerissen worden", verdeutlicht Dr. Ernst Brüggemann, Geschäftsführer des Schafzuchtverbandes NRW: "Viele andere Gruppen freuen sich über die Rückkehr des Wolfes. Wir gehören nicht dazu."

Wenn ein Wolf ein Schaf reißt, erhält der Schäfer zwar eine Entschädigung aus öffentlichen Geldern. Allerdings erst nach ausgiebiger DNA-Prüfung, wie Brüggemann verdeutlicht. Denn: War's dann doch ein Hund und kein Wolf, zahlt das Land nicht.

Anders sehe es auch aus, wenn das Schaf nicht totgebissen werde, sondern vor dem Wolf fliehe. Auch dann entstünden Kosten - und die würden - Stand heute - nicht übernommen. Außerdem benötigten viele Schäfer neue elektrische Zäune, um die Herden vor hungrigen Wölfen zu schützen. Ebenfalls Kosten, auf denen die Schäfer sitzenblieben.

Wo gibt es in Deutschland Wolfsrudel?

Auskunft darüber gibt diese Karte des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Wenn Sie über die Karte gehen, können Sie auf einzelne Punkte klicken und mehr erfahren.

Ist NRW auf die Rückkehr des Wolfes vorbereitet?

Generell gibt es weitere Orte in Nordrhein-Westfalen, in denen sich der Wolf heimisch fühlen würde. Was die Voraussetzungen dazu sind, zeigt ein Video des Verbandes Wald und Holz.

1835 im münsterländischen Herbern

Als der letzte Wolf Westfalens geschossen wurde

HERBERN Der Wolf - eine räuberische Bestie, eine Gefahr für Mensch und Tier. Dieses Bild gab es früher . Und es führte dazu, dass Wölfe massiv gejagt wurden in Westfalen. Bis am 19. Januar 1835 im münsterländischen Ascheberg-Herbern der letzte Wolf des ganzen Landstriches totgeschossen wurde. Das ist die Geschichte dazu.mehr...

 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Urteil naht

13 Jahre Haft gefordert: Camperin vergewaltigt?

BONN 156 Monate Freiheitsentzug – das fordert die Staatsanwaltschaft im Fall gegen einen 31-Jährigen. Dieser soll im April in der Nähe von Bonn eine junge Frau bedroht und vergewaltigt haben. Am Donnerstag soll das Urteil fallen. Der Angeklagte hat zum Vorfall eine völlig andere Sichtweise.mehr...

Freundin erwürgt

Lebenslange Haft für Münsterländer Schausteller

Münster Es klingt wie die Geschichte aus einem Kriminalroman. Ein Kirmes-Schausteller verliebt sich in eine Besucherin. Dann bestiehlt er sie und bringt sie schließlich um. Unfassbar: Erst im Krankenhaus starb das Opfer. Zwischen der Tat und dem Tod beklaute der Schausteller aus Recke im Kreis Steinfurt seine Freundin erneut. Da kam das Urteil nun wenig überraschend.mehr...

Rockerclub verboten

Razzia bei den Hells-Angels: Keine Festnahmen

DÜSSELDORF Das NRW-Innenministerium hat am Mittwochmorgen das Hells Angels Chapter in Erkrath sowie deren Unterstützerorganisation Clan 81 Germany verboten. Bei mehreren Razzien in 16 Städten in NRW beschlagnahmten Polizisten daraufhin Motorräder, Waffen und Bargeld.mehr...

Überblick mit Fotos

Bilder des Tages: Rot gefärbte Hunde beißen nicht

Deutschland Emotional, spannend, lustig. Jeden Tag fangen Fotografen auf der ganzen Welt spannende Momente mit ihrer Kamera ein. Wir stellen hier unsere Lieblingsbilder vor und erzählen die Geschichte dazu.mehr...

Jamaika-Koalition

Union und FDP optimistisch nach erstem Treffen

BERLIN Nach dem ersten Treffen zwischen Union und FDP schauen beide Parteien optimistisch auf die kommenden Sondierungsgespräche. CDU-Generalsekretär Peter Tauber äußerte sich zuversichtlich über die Zukunft einer möglichen Jamaika-Koalition.mehr...

Erste Neuaufstellung bundesweit

AfD-Fraktion in Iserlohn ist jetzt "Blaue Fraktion"

ISERLOHN. Die AfD hat sich im Iserlohner Rat als „Blaue Fraktion“ nach dem Leitbild von Frauke Petrys „Blauer Partei“ neu aufgestellt. Dem Weg von Alexander Gauland und Co. will sie nicht folgen. Sie hat ganz eigene Ideen, wie die Politik innerhalb der Fraktion in Zukunft gemacht werden soll.mehr...