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Nach 20 Jahren: Sasha singt erstmals auf Deutsch

Berlin. Sarah Connor hat es vorgemacht: Nach einer erfolgreichen Musikkarriere auf Englisch ist ihr der Wechsel in ihre Muttersprache bestens geglückt. Den gleichen Schritt wagt jetzt auch Sasha.

Nach 20 Jahren: Sasha singt erstmals auf Deutsch

Sasha geht wieder neue Wege. Foto: Olaf Heine

Er wurde als Backgroundsänger bekannt, mit englischen Popsongs berühmt, für sein Rockabilly-Alter-Ego gefeiert und Teil eines prominenten Swing-Quartetts. Jetzt erfindet sich Sascha Schmitz wieder mal neu.

Der als Sasha seit zwei Jahrzehnten bekannte Musiker hat seine neunte Platte herausgebracht: „Schlüsselkind“ ist sein erstes Album mit deutschen Texten. 

„Der Wunsch, ein deutschsprachiges Album zu machen, kam immer wieder. Ich habe es aber nie wirklich durchgezogen“, erzählt der 46-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Irgendwann habe ich gedacht, ich höre jetzt auf, mir das vorzustellen. Ich lasse es drauf ankommen.“

Ausflüge in den deutschsprachigen Bereich unternahm der im westfälischen Soest geborene Musiker immer wieder. Etwa in seiner Schulband Bad to the Bone oder in der ersten Staffel von „Sing meinen Song“. Die Vox-Musikshow, bei der Sasha 2014 Songs von Xavier Naidoo und Roger Cicero interpretierte, sei ein wichtiger Faktor gewesen, sich auf Deutsch zu versuchen.

Auch der Erfolg von Sarah Connor, die damals ebenfalls bei „Sing meinen Song“ mitmachte, habe ihn angetrieben. Die 37-Jährige veröffentlichte kurze Zeit später mit „Muttersprache“ ihr erstes deutsches Album und schaffte es damit wochenlang auf Platz eins. „Dieser Schritt kann funktionieren“, dachte Sasha damals und setzte seine langgehegten Pläne in die Tat um.

Seit drei Jahren arbeitet der mittlerweile in Hamburg lebende Sänger an seinem Neustart. „Ich wollte zwar auf Deutsch singen, aber das, was Sasha ausmacht, nicht verlieren“, erklärt der 46-Jährige.

„Schlüsselkind“ kommt schnörkellos und biografisch daher. Im gleichnamigen Song singt der Soester darüber, wie er als Schulkind die Nachmittage alleine zu Hause verbringen musste. Denn die Eltern lebten zu der Zeit getrennt, die Mutter musste den ganzen Tag arbeiten. Ein Schicksal, das viele kennen. Sasha singt über einsame Momente, aber auch die positiven Seiten, ein Schlüsselkind zu sein. 

Die 14 Songs sind poppig und mit vielen Soul- und Jazzelementen versetzt. Der 46-Jährige wirkt in seiner Muttersprache reifer und vielschichtiger. In „Weiße Weste“ singt Sasha darüber, dass er froh ist, im Leben nichts ausgelassen zu haben („Jeder Fehler macht das Leben erst perfekt“). In „Der Junge“ blickt er auf seine nicht einfache Kindheit und am Anfang steinige Karriere zurück („Aus dem Jungen ist ja doch noch was geworden“).

Der als Sascha Schmitz geborene Musiker musste sich lange mit kleinen Jobs über Wasser halten, um sich den Traum einer Musikkarriere zu erfüllen. Einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde er 1998 durch Young Deenays Hit „Walk On By“, in dem er den Refrain sang. Es folgten große Charterfolge („I Feel Lonely“, „If You Believe“), ein Ausflug in die Rockabilly-Szene als Dick Brave und mehrere Swing-Tourneen mit Xavier Naidoo, Michael Mittermeier und Rea Garvey. Auch auf den Fernsehbildschirmen war Sasha zuletzt präsent, etwa als Coach bei „The Voice Kids“ oder Moderator des Echo. Die großen Hits blieben aber zuletzt aus.

Das könnte sich nun ändern. Zumal sich deutsche Songwriter seit Jahren extremer Beliebtheit erfreuen, etwa Mark Forster, Clueso oder Johannes Oerding. „Ich fühle mich in dieser neuen Rolle total wohl“, sagt Sasha.

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