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Nach Betrug: 27-jährigem Vater droht Abschiebung

Am Amtsgericht Bochum

Lügen, Fälschungen, Sozialbetrug: Mit falschen Angaben zu seinem schwer behinderten Sohn kassierte ein Vater (27) aus dem Libanon jahrelang zu Unrecht öffentliche Gelder. Das Bochumer Amtsgericht verhängte nun eine Geldstrafe von 2200 Euro - obendrein droht die Abschiebung.

BOCHUM

14.10.2016
Nach Betrug: 27-jährigem Vater droht Abschiebung

Das Amtsgericht in Bochum.

Dreister geht es wohl kaum: Laut Urteil hat der in Bochum-Gerthe lebende Vater die Ausländerbehörde jahrelang ausgetrickst. Auf einer Bescheinigung fälschte er die Unterschrift seiner getrennt von ihm lebenden Ehefrau und verschaffte sich so einen Aufenthaltstitel. Außerdem prellte er zwischen 2013 und 2015 die Sozialkasse um insgesamt rund 6.100 Euro (unter anderem Kinder- und Gehörlosengeld), indem er den Behörden vorschwindelte, dass sein taubstummer Sohn (heute sechs Jahre alt) bei ihm im Haushalt lebt. In Wahrheit lebte der Junge jedoch seit der Geburt durchgehend bei den Großeltern.

Das sagt der Beschuldigte zu den Vorwürfen:

Im Prozess vor dem Schöffengericht hatte der Angeklagte zwar zugegeben, dass der Junge nie bei ihm, sondern stets bei Oma und Opa gelebt hat. Dass er beim Ausländeramt gefälschte Bescheinigungen vorgelegt und zu Unrecht Kindergeld abkassiert hat, wies der 27-Jährige aber von sich. Er selbst habe das Kindergeld zwar offiziell überwiesen bekommen, anschließend habe er es jedoch (bis auf drei Monate) ausnahmslos an die Schwiegereltern weiter gegeben.

Das Gericht war am Ende nach der Vernehmung zahlreicher Zeugen überzeugt, dass der 27-Jährige bestraft werden muss. Die verhängte Geldstrafe entspricht 220 Tagessätzen, was bedeutet, dass für den Fall der Nichtzahlung 220 Tage Haft verbüßt werden müssen. Durch die Verurteilung steht nun auf der Aufenthaltsstatus des Libanesen wieder ernsthaft auf der Kippe. 

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