Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Nach Blutbad an Schule: Florida für schärfere Waffengesetze

Birmingham/Fort Lauderdale. 17-fachen Mord legt die Justiz dem Mann zur Last, der an einer High School in Florida am Valentinstag viele Menschen tötete. Im Nachbar-Bundesstaat Alabama kommt es am Tag der Anklageerhebung erneut zu Schüssen an einer Schule.

Nach Blutbad an Schule: Florida für schärfere Waffengesetze

Rick Scott, Gouverneur von Florida, spricht bei einer Pressekonferenz über die mögliche Veränderung des Waffenrechts. Foto: Monica Herndon/Tampa Bay Times/AP

Während in Florida Anklage gegen den Todesschützen des Schulmassakers vom Valentinstag erhoben wurde, ist im Nachbar-Bundesstaat Alabama erneut eine Schülerin durch Schüsse gestorben.

Die 17-Jährige sei am Mittwochnachmittag (Ortszeit) an der Huffman High School in der Großstadt Birmingham von einer Kugel getroffen und tödlich verletzt worden, berichteten mehrere US-Medien. Ein ebenfalls 17-jähriger Schüler kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Es habe sich um „versehentliche“ Schüsse gehandelt, zitierte CNN den örtlichen Polizeichef Orlando Wilson.

Wilson ging nicht darauf ein, wie es zu den „versehentlichen“ Schüssen kam. Spekulationen auf dem lokalen Nachrichtenportal „AL.com“ gingen dahin, dass der männliche Schüler eine Waffe mit zur Schule gebracht und nach Unterrichtsschluss damit geprahlt haben könnte. Dabei habe sich ein Schuss gelöst, der das Mädchen getroffen habe, berichteten ungenannte Quellen dem Portal. Beim Wegstecken der Waffe habe er dann versehentlich noch auf sich selbst geschossen. Die Polizei bestätigte diesen Ablauf der Ereignisse nicht. Die Ermittlungen liefen, vorher äußere man sich nicht zum Ablauf der Tat.

Der 19-Jährige, der an einer High School in Parkland (Florida) Mitte Februar mit einem Sturmgewehr 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschoss, wurde am Mittwoch formal angeklagt. Geschworene in der Küstenstadt Fort Lauderdale bestimmten, dass er sich wegen 17-fachen Mordes und wegen versuchten Mordes in 17 weiteren Fällen verantworten muss, wie das Büro des Staatsanwalts im Bezirk Broward County mitteilte. Wie der Sender ABC berichtete, kündigten die Anwälte des 19-Jährigen an, dass er sich schuldig bekennen werde, wenn die Staatsanwaltschaft nicht die Todesstrafe beantrage.

In einer Reaktion auf das Massaker ist der Bundesstaat Florida einer Verschärfung seiner Waffengesetze näher gekommen. Nach dem Senat verabschiedete am Mittwochabend auch das Repräsentantenhaus des Bundesstaats einen Gesetzentwurf, der das Mindestalter bei Waffenkäufen auf 21 Jahre anheben würde. Der Entwurf geht jetzt zur Unterzeichnung an Gouverneur Rick Scott. Der Gesetzentwurf sieht zudem eine dreitägige Wartezeit bei den meisten Waffenkäufen vor. Außerdem sollen bestimmte Mitarbeiter von Schulen künftig eine Waffe tragen dürfen.

Nach der Tat am Valentinstag ist in den USA eine Debatte über ein schärferes Waffenrecht entbrannt, die - anders als bei den bisherigen Bluttaten an Schulen - nicht rasch wieder verebbte. Das liegt auch an dem Engagement von Überlebenden der Tat, die mit zahlreichen Auftritten Druck auf Politiker machen wollen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Panorama

Weiteres Opfer der Amokfahrt von Münster gestorben

Münster. Vor knapp drei Wochen stieg der 48-jährige Jens R. in seinen Campingbus und raste mitten in Münster in eine Menschenmenge. Lange hatte eines der Opfer um sein Leben gerungen. Vergeblich.mehr...

Panorama

Brutale Gewaltserie in Kalifornien

Sacramento. Eine der größten ungeklärten US-Verbrechensserien ist möglicherweise gelöst. Zehn Jahre lang terrorisierte der „Golden State Killer“ als Mörder und Vergewaltiger Kalifornien. Nun ist ein 72-Jähriger in Haft.mehr...

Panorama

Blumen und Glockenschläge: Gedenken an Schul-Amoklauf

Erfurt. Der 26. April 2002 bleibt im Gedächtnis: 16 Jahre liegt das Schulmassaker am Gutenberg-Gymnasium zurück. Im Gedenken an das eigene Leid vergessen die Erfurter andere Opfer nicht.mehr...

Panorama

Morde an drei Filmstudenten erschüttern Mexiko

Mexiko-Stadt/Guadalajara. Mexiko wird von einer beispiellosen Gewaltwelle überrollt: Tausende Menschen werden jedes Jahr ermordet, von vielen wird keine Notiz genommen. Jetzt aber geht ein Aufschrei durch das Land, denn die jüngste Tat zeugt von unvorstellbarer Brutalität.mehr...

Panorama

Todesfahrer von Toronto von Frauenhass getrieben?

Toronto. Nach der mörderischen Fahrt in Toronto wird weiter über die Hintergründe der Tat gerätselt. In US-Medien wird nun Hass auf Frauen als mögliches Motiv für die blutige Tat genannt.mehr...