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Nach Kölner Giftfund: Rufe nach Meldepflicht für Rizin

Gut zwei Wochen nach dem Fund von hochgefährlichem Rizin in einer Kölner Wohnung haben Experten eine Meldepflicht für Ausgangsstoffe zur Giftherstellung gefordert. Für potenziell hochgiftige Substanzen müsse ein Melderegister eingeführt werden, sagte der Direktor des Instituts für Toxikologie der Universitätsmedizin Mainz, Thomas Hofmann, der Deutschen Presse-Agentur in Köln. Eine Expertenkommission solle alle schwer toxischen Stoffe und Pflanzen auf eine Liste setzen und für diese eine Regulierung festlegen.

Köln

28.06.2018
Nach Kölner Giftfund: Rufe nach Meldepflicht für Rizin

Samen und eine Frucht des Rizinus liegen auf einer Hand. Foto: Bernd Thissen

Der Islamist Sief Allah H. hatte in seiner Hochhauswohnung wochenlang aus Rizinussamen das tödlich wirkende Rizin hergestellt, einen potenziellen biologischen Kampfstoff. Nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden plante der verhaftete Tunesier einen Anschlag mit einer Biobombe. Er hatte mehr als 3100 Rizinussamen über das Internet bestellt und daraus bereits so viel Gift gewonnen, dass er einen verheerenden Schaden hätte anrichten können.

Der Handel mit Rizinussamen unterliege keinen Gesetzen oder Verordnungen, sagte der Kölner Anwalt für IT- und Internetrecht, Christian Solmecke. Eine Meldepflicht sei „sinnvoll, umsetzbar und dringend geboten“.

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