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Nach Wahl in Montenegro: Djukanovic will weiterregieren

Podgorica (dpa) Seit 25 Jahren ist Milo Djukanovic der nahezu unumschränkte Herrscher über das kleine Adria-Land. Die Opposition wirft ihm maßlose Korruption vor. Für einen Regierungswechsel dürfte es aber knapp nicht reichen.

Nach Wahl in Montenegro: Djukanovic will weiterregieren

Die Partei von Milo Djukanovic hat die Parlamentswahl gewonnen. Foto: Boris Pejovic

Nach der Parlamentswahl in Montenegro strebt Langzeitherrscher Milo Djukanovic eine weitere Amtsperiode als Regierungschef an.

"Sobald die amtlichen Endergebnisse verkündet sind, werden wir Verhandlungen mit unseren Partnern aufnehmen und bald eine neue Regierung bilden", erklärte Djukanovic vor Anhängern seiner Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS). "Montenegro bleibt auf dem Weg zur Mitgliedschaft in EU und Nato", fügte er hinzu.

Nach einer Hochrechnung des Wahlforschungsinstituts Cemi wurde die DPS mit 41 Prozent der Stimmen und 36 Mandaten stimmstärkste Partei, braucht aber Partner im 81-sitzigen Parlament, um eine Regierung bilden zu können. Unter Einbindung der Sozialdemokraten von Montenegro (SD) und der Minderheitenparteien der bosnischen Muslime, Albaner und Kroaten könnte ihr das knapp gelingen. Dieses Bündnis hätte dann eine Mehrheit von zwei Mandaten.

Djukanovic (54) regiert seit 25 Jahren mit kurzen Unterbrechungen entweder als Präsident oder als Regierungschef über das kleine Adria-Land mit seinen rund 625 000 Einwohnern. 2006 hatte er es in die volle staatliche Unabhängigkeit geführt, nachdem es zuvor dem zerfallenden Jugoslawien und am Ende dem Staatenbund Serbien und Montenegro angehört hatte.

Die Opposition verteilte sich auf mehrere Listen. Die Demokratische Front kam den Hochrechnungen zufolge auf 20 Prozent der Stimmen und 18 Mandate, das Bündnis Kljuc (Schlüssel) auf elf Prozent (neun Mandate), die Demokraten auf zehn Prozent (acht Mandate) und die Sozialdemokratische Partei (SDP) auf fünf Prozent (vier Mandate).

Theoretisch könnten auch diese Parteien eine Regierung bilden, wenn sie die Minderheitenparteien auf ihre Seite bringen und sich auch untereinander auf ein gemeinsames Programm einigen können. Beobachter halten dies für sehr schwierig. Die eher fragmentierte Opposition eint eigentlich nur der Wunsch, Djukanovic zu entmachten. Kritiker werfen ihm vor, seine Position zur schamlosen Bereicherung missbraucht zu haben.

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