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Nachbarn versprechen Afghanistan Hilfe

Kabul (dpa) Afghanistan soll nach dem Abzug der internationalen Kampftruppen auch auf die Hilfe seiner Nachbarn bauen können. Bei einer Konferenz in Kabul einigten sich die wichtigsten Kräfte der Region - darunter auch Pakistan und der Iran - am Donnerstag auf eine Reihe vertrauensbildender Maßnahmen.

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Außenminister Guido Westerwelle verfolgt in Kabul die Reden bei der Heart of Asia Konferenz. Foto: Michael Kappeler

Im Umfeld der Konferenz gibt es massive Sicherheitsmaßnahmen. Foto: S. Sabawoon

Außenminister Westerwelle wird in der afghanischen Hauptstadt von seinem iranischen Amtskollegen Ali Akbar Salehi begrüßt. Foto: Michael Kappeler

Außenminister Guido Westerwelle nach seiner Ankunft in Kabul. Neben ihm Botschafter Rüdiger König (l). Foto: Michael Kappeler

Vor Beginn der Regionalkonferenz in Kabul sind die Kontrollen in der Hauptstadt verstärkt worden. Foto: S. Sabawoon

Dazu gehört unter anderem eine bessere Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Drogenhandel und Terrorismus. Konkrete Beschlüsse gab es allerdings nicht.

An der Konferenz nahmen Vertreter aus 30 Ländern und von mehreren internationalen Organisationen teil, darunter auch der russische Außenminister Sergej Lawrow. Der afghanische Präsident Hamid Karsai nutzte die Gelegenheit, um für eine engere Zusammenarbeit zu werben. Dies könnte der gesamten Region Stabilität, Frieden und wirtschaftlichen Fortschritt bringen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte: «Man merkt, dass Afghanistan vorankommt - bei allen Rückschlägen, die es noch gibt.» Nur gemeinsam mit den Nachbarn könne das Land eine «friedliche Zukunft» haben. Zugleich bekräftigte er den Plan, gemeinsam mit den anderen internationalen Kampftruppen bis Ende 2014 auch die Einsatzkräfte der Bundeswehr abzuziehen. Derzeit sind noch etwa 4700 deutsche Soldaten am Hindukusch.

Die Konferenz legte sich auf insgesamt sieben Bereiche fest, in denen es vertrauensbildende Maßnahmen geben soll. Dazu gehören der Katastrophenschutz, der Aufbau von regionalen Handelskammern, eine bessere Infrastruktur, Bildungsfragen und eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen. Deutschland soll beim Aufbau von regionalen Wirtschaftsstrukturen unterstützend mitwirken.

Westerwelle betonte die Wichtigkeit der Wirtschaftsentwicklung. «Wenn die Region hier zusammensteht und versteht, dass mehr Handel und Austausch nötig sind, kann das zu einem ganz enormen Beschleunigungsprozess führen.» Afghanistan brauche eine wirtschaftliche Perspektive, wenn es auf Dauer stabil sein solle. Je gesünder sich die Wirtschaft entwickle, desto geringer sei die Gefahr, dass der Terrorismus wieder an Boden gewinne.

Das Treffen schloss an eine Konferenz in Istanbul im November an, bei der Afghanistan erstmals mit allen seinen Nachbarn sowie Regionalmächten wie Russland, China und Indien über eine engere Zusammenarbeit diskutiert hatte. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu betonte, es sei wichtig, diesen Verständigungsprozess fortzusetzen. Künftig will man sich einmal pro Jahr treffen. Die nächste Konferenz soll 2013 in Kasachstan stattfinden.

Wenige Stunden vor Beginn der Regionalkonferenz wurden im nordafghanischen Einsatzgebiet der Bundeswehr mindestens elf Menschen bei einem Bombenanschlag verletzt. Wie die Polizei mitteilte, war ein Stammesältester Ziel des Angriffs in der Provinz Dschosdschan. Der Mann und zwei seiner Kinder waren unter den Opfern. In der Ostprovinz Kunar sprengten sich zudem zwei Selbstmordattentäter in einem Auto neben einem Militärkonvoi in die Luft. Nach Polizeiangaben wurden dabei ein Wachmann getötet und zwei weitere verletzt.

Konferenz

Bundesregierung zu Afghanistan

«Fortschrittsbericht» zu Afghanistan

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