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Nagelsmann rechnet mit Abgang von Sandro Wagner

Sinsheim. Nach Sebastian Rudy und Niklas Süle steht wohl ein weiterer Nationalspieler aus Hoffenheim vor dem Wechsel zum FC Bayern. Der 30-Jährige kämpft derzeit noch etwas mit Adduktorenproblemen, sein Einsatz in Hannover ist nicht gesichert.

Nagelsmann rechnet mit Abgang von Sandro Wagner

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann (l) instruiert Sandro Wagner. Foto: Uwe Anspach

Mit dem Wechsel von Hoffenheims Nationalstürmer Sandro Wagner zum FC Bayern München als Backup für Robert Lewandowski soll es jetzt doch schnell gehen.

1899-Trainer Julian Nagelsmann überraschte mit der Aussage: „Ich denke, dass das über die Bühne gehen wird in den nächsten ein, zwei Wochen - wenn alles normal läuft.“ Die Bayern-Bosse hatten sich zuletzt eher zurückhaltend geäußert, aber Taktiererei ist bei einem Transfer in der Größenordnung von möglicherweise 15 bis 20 Millionen Euro normal in der Fußball-Bundesliga.

Nagelsmann nannte zwar nicht explizit den Namen Wagners. Der 30-Jährige erklärte jedoch vor seinem Vorpreschen bei der Frage nach dem Kader für die Rückrunde: „Stand jetzt ist keine großartige Veränderung geplant. Die einzige, die geplant ist, ist seit Wochen öffentlich, da brauchen wir nicht rumzureden.“

Wagner hat schon länger um seine Freigabe gebeten. Sein Vertrag bei den Kraichgauern läuft zwar bis 2020, doch für die Hoffenheimer ist es auch die große Chance, für einen 30-Jährigen viel Geld zu bekommen. Zuletzt hatte der Club die Abgänge von Roberto Firmino (für etwa 41 Millionen Euro zum FC Liverpool), Kevin Volland (20 Millionen/Bayer Leverkusen) und Niklas Süle (25 Millionen/FC Bayern) sportlich ganz gut weggesteckt.

Bei der Ablösesumme für Wagner sei man noch „meilenweit“ voneinander entfernt, hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß bei der Jahreshauptversammlung des deutschen Meisters Ende November gesagt. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge verwies darauf, dass der Transfermarkt erst am 1. Januar aufmache: „Wir haben viel Zeit und Ruhe, um zu überlegen und die richtige Entscheidung zu finden.“

Nagelsmann plant aber offensichtlich schon ohne Wagner und will wohl auch keine Hängepartie. Er hatte schon, als die Personalie publik wurde, Verständnis für das Ansinnen seines Angreifers geäußert: „Sandros Familie wohnt in der Nähe von München und der FC Bayern ist sein Jugendverein. Da kann ich die Interessenslage schon nachvollziehen.“ Der siebenmalige Nationalspieler (5 Tore) hatte beim FC Bayern auch seine Profikarriere begonnen, ehe er über die Stationen MSV Duisburg, Werder Bremen, 1. FC Kaiserslautern, Hertha BSC und Darmstadt 98 in Hoffenheim landete.

Beim Europa-League-Abschied gegen Bulgariens Meister Ludogorez Rasgrad (1:1) wurde Wagner geschont, sein Einsatz am Sonntag (15.30 Uhr) in Hannover ist noch nicht gesichert. „Er hat jetzt gestern und heute trainiert, so ganz beschwerdefrei von den Adduktoren her ist er noch nicht“, sagte Nagelsmann.

Der Chefcoach machte nicht den Eindruck, als bereite ihm der wahrscheinliche Abgang seines Mittelstürmers schlaflose Nächte. Zwar hat Wagner mit seiner Mentalität und seinen Toren die TSG weiter nach vorne gebracht und ist im Kraichgau zum Nationalspieler gereift. Im Angriff verfügt Nagelsmann aber über zahlreiche Alternativen: neben den Assen Mark Uth, Andrej Kramaric und Serge Gnabry stehen noch Adam Szalai und Robert Zulj im Kader. Die beiden sind ähnlich wuchtige Typen wie Wagner und nach jeweils langer Verletzungspause wieder fit. Zudem empfahl sich gegen Rasgrad - wie schon bei seinem Bundesliga-Premierentor in Freiburg - der 19 Jahre junge Wirbelwind Robin Hack.

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