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Kritik an Bahngesellschaft

National Express weist Vorwürfe zurück

DORTMUND Verspätungen und Zugausfälle: Wenige Wochen nach dem Start auf Strecken in NRW hat sich die britische Privatbahn National Express schon einigen Ärger eingehandelt. Nun wehrt sich das Unternehmen: Schuld an den Problemen hätte eine ganz andere Bahngesellschaft.

National Express weist Vorwürfe zurück

National Express betreibt auch den Regionalexpress 7 Rheine-Schwerte-Krefeld.

Der durch massive Verspätungen auf seinen beiden Strecken in Nordrhein-Westfalen in die Kritik geratene private Bahnanbieter National Express macht auch die Deutsche Bahn für einen großen Teil seiner Probleme verantwortlich.

Auf den erst seit wenigen Wochen von National Express betriebenen Strecken der Regionalbahn 48 (Bonn-Wuppertal) sowie des Regionalexpress 7 – eine der wichtigsten NRW-Pendlerlinien vom linken Niederrhein über Köln bis ins Münsterland – ist es immer wieder zu Verspätungen und Zugausfällen gekommen, die Reisende verärgert haben. Zwar ist die Situation besser geworden, doch Tobias Richter, Geschäftsführer des Unternehmens, sieht immer noch Handlungsbedarf: „Wir haben hier Riesennöte mit der Infrastruktur“, sagte Richter.

Verspätete Züge

Richter wirft der Bahn vor: Immer wieder würden Züge seines Unternehmens von Fahrdienstleitern der Bahn auf Wartegleise geschickt, um verspätete bevorrechtigte Züge wie ICE oder IC überholen zu lassen. "Unabhängige Messstellen haben herausgearbeitet, dass der gravierendste Faktor bei Verspätungen die Überholung durch verspätete sogenannte 'höherwertige Züge' ist. Das macht bei uns über ein Drittel aller Verspätungsminuten aus", sagte Richter.

Die Gründe für das Verhalten sieht der National-Express-Chef in alten Bahn-Traditionen: "Das ist eine historisch gewachsene Sache aus dem vorvorherigen Jahrhundert, als man in Schnell- und Bummelzüge unterschied. Und Bummelzüge waren die Nahverkehrszüge damals in der Tat. Sie sind es aber nicht mehr. Denn der vermeintliche Bummelzug RB 48 fährt heute auch mit 160 km/h, ebenso wie ICE oder IC auf den meisten Strecken."

Zu schaffen machen dem britischen Unternehmen auch defekte Weichen und gestörte Technik bei Bahnübergängen. National Express habe an der Schnittstelle zur Bahn nun das Personal verdoppelt, um Störungen schneller bearbeiten zu können.

GELSENKIRCHEN/DÜSSELDORF Jetzt ist es amtlich: Bahngesellschaften mit britischen und niederländischen Wurzeln stemmen ab 2018 wichtige Teile des NRW-Zugverkehrs. Sorgen vor Lohndumping zerstreut die Gewerkschaft GDL. Das Lohnniveau der Bahn werde eingehalten. Aber kommt mit dem neuen Betreiber eine schlechtere Qualität für die Kunden?mehr...

Die Bahn wehrt sich gegen die Kritik. „Den Vorwurf, die Bahn bremse private Konkurrenten absichtlich aus, weisen wir entschieden zurück“, hatte eine Bahnsprecherin bereits vor einigen Tagen erklärt.

Der Betrieb der beiden Linien gilt als Generalprobe für die Briten: Von 2018 an sollen sie die drei großen NRW-Regionallinien 4 (Aachen-Dortmund), 5 (Koblenz-Wesel) und 6 (Köln/Bonn-Minden) von der Bahn übernehmen.

DORTMUND Bisher fahren viele S-Bahnen im Ruhrgebiet im 20-Minuten-Rhythmus. Das soll sich ab 2019 ändern: Der VRR plant eine komplette Reform der Taktungen. Auch neue Linien sollen hinzukommen. Welche Bahnen betroffen sind, lesen Sie in unserer Übersicht.mehr...

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