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Nach Silvesterübergriffen

Neue Sicherheitsmaßnahmen für Kölner Karneval

KÖLN Nach den Silvester-Übergriffen in Köln ergreifen Stadt, Polizei und die Karnevalisten neue Sicherheitsmaßnahmen: Security-Points, bessere Kommunikation und mehr Polizisten. Den Spaß verderben lassen sich die Kölner eindeutig nicht - und haben sogar einen Flyer erstellt, der die Flüchtlinge zum mitfeiern anregt.

Neue Sicherheitsmaßnahmen für Kölner Karneval

Beim diesjährigen Kölner Karneval soll wesentlich mehr Polizei eingesetzt werden.

Nach den Übergriffen an Silvester will Köln an Karneval dunkle Ecken ausleuchten und für Frauen eine Anlaufstelle im Getümmel schaffen. Es werde einen „Security-Point“ in der Innenstadt geben, an den sich Frauen und Mädchen wenden könnten, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Christine Kronenberg, am Montag bei der ersten Präsentation eines Sicherheitskonzepts für Karneval. An dem Anlaufpunkt sollen unter anderem Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen zur Verfügung stehen.

Wiesbaden Übergriffe von Männergruppen auf Frauen nach dem Muster von Köln gab es in der Silvesternacht in zwölf Bundesländern. Das geht aus einem vertraulichen Lagebericht des Bundeskriminalamts hervor, wie WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichten. Hier lesen Sie, in welchen Bundesländern Anzeigen gestellt wurden.mehr...

Mehr Beleuchtung

Die Stadt erklärte den Höhepunkt der fünften Jahreszeit zugleich zur Nagelprobe. „Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese Karnevalstage für uns die Bewährungsprobe darstellen, um zu zeigen, dass wir aus den furchtbaren Ereignissen an Silvester die Konsequenzen gezogen haben“, sagte Stadtdirektor Guido Kahlen. Ein Bestandteil des Konzepts sind mobile Beleuchtungsmasten, um dunkle und gefährliche Ecken aufzuhellen. Zusammen mit zusätzlichen Toiletten und Absperrungen plant die Stadt dafür bislang 160.000 Euro ein. Insgesamt sollen nach einem ersten Entwurf rund 360.000 Euro zusätzlich für die Sicherheit an Karneval investiert werden.

Eine der wichtigsten Punkte in dem Plan ist eine stärkere Präsenz der Ordnungsdienste. Für einen zusätzlichen Sicherheitsdienst sind 9.000 Euro veranschlagt. Die Kölner Berufsfeuerwehr will ihr Personal auch mit Ehrenamtlichen auf rund 850 aufstocken. Es gehe darum, auch an Orten mit großen Besuchermassen vertreten zu sein und dort Präsenz zu zeigen, „wo möglicherweise auch soziale Kontrolle in dem notwendigen Maß nicht stattfinden kann“, sagte Kahlen.

Bessere Kommunikationsmöglichkeiten

Beim Rosenmontagsumzug reagieren auch die Karnevalisten selbst mit Sicherheitsmaßnahmen: 100 zusätzliche Kontaktpunkte im Funknetz solle es geben, kündigte Zugleiter Christoph Kuckelkorn am Freitag an. „Wir wollen mehr Kommunikation rund um den Rosenmontagszug“, sagte Kuckelkorn. Insgesamt gebe es dann etwa 200 Funkpunkte und wenn es irgendwo ein Ereignis geben sollte, das Anlass zur Sorge gebe, könne man die Einsatzzentrale sofort informieren. 

Nach Silvester-Übergriffen

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Die Kölner Polizei hatte bereits angekündigt, dass sie an den Karnevalstagen Anfang Februar in ungekannter Stärke auf den Straßen präsent sein will. Mehrere Hundert Polizisten sollen von außerhalb dazukommen. Außerdem soll die Videoüberwachung an Brennpunkten intensiviert werden.

Flexible Rosenmontags-Motive

Zu den Motiven der Kölner Rosenmontagswagen gehört in diesem Jahr eine melancholische Angela Merkel mit einer schlaffen Europa-Flagge in der Hand. Auf einem anderen Wagen steht die Kanzlerin neben einer Schale mit riesigen harten Nüssen - es geht um ihre Beteuerung „Wir schaffen das“. An einer Nuss mit der Aufschrift „Flüchtlinge“ hat sie sich schon zwei Zähne ausgebissen. Die anderen Nüsse bekämen in den nächsten beiden Wochen noch Aufschriften je nach aktueller Problemlage, erläuterte Zugleiter Christoph Kuckelkorn am Freitag im Kölner Karnevalsmuseum, wo er Entwürfe für den Zug präsentierte. Kuckelkorn hofft nach eigenen Worten, dass die echte Merkel die Flüchtlingsnuss doch noch knacken wird. 

Als ein Statement gegen Extremismus versteht Kuckelkorn einen Oktopus mit Hitler-Schnäuzer, der nach der Demokratie greift. Auch der VW-Skandal, die russische Unterstützung für den syrischen Staatschef Assad und viele Kölner Lokalthemen werden aufgegriffen.  

Damit auch Flüchtlinge und andere Neu-Kölner verstehen, was der Karneval eigentlich soll, hat das Festkomitee einen Flyer herausgebracht, der ihnen den Karneval erklärt - auf Deutsch, Englisch und Arabisch. Auf die Frage „Darf ich einfach so mitfeiern?“ bekommt man dort zum Beispiel die Antwort: „Auf jeden Fall! Die Kölner sind ziemlich offen und neugierig Fremden gegenüber. Der Umgang ist sehr locker, Freundlichkeit und Respekt sind oberstes Gebot.“

Mit Material von dpa

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