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Neue Spannung im WM-Wettlauf der Torhüter

Berlin (dpa) Überflieger René Adler patzte, Debütant Tim Wiese punktete - der von Joachim Löw ausgerufene Wettstreit um die Nummer 1 im deutschen Tor dürfte im neuen Jahr noch richtig spannend werden.

Neue Spannung im WM-Wettlauf der Torhüter

Tim Wiese (links) und Rene Adler wollen beide ins deutsche Tor.

Mit einer Faustabwehr ins Leere verpasste Adler beim 1:2 gegen England die Chance, seine Position als WM-Favorit zu betonieren. Stattdessen durfte sich Herausforderer Wiese nach seinem geglückten 45-Minuten-Debüt in Berlin neben Torschütze Patrick Helmes als einziger Gewinner im deutschen Verlierer-Team fühlen. «Es war ein Super-Ereignis. Ich habe das gut gemeistert», lobte sich der 26 Jahre alte Bremer nach dem langersehnten ersten Einsatz für Deutschland.

Adler haderte dagegen mehr mit Massimo Busacca als mit sich selbst und versuchte seine Schuld am 0:1 von Matthew Upson (23.) auf den Schweizer Schiedsrichter abzuwälzen. «Beim Gegentor sehe ich unglücklich aus, aber ich bin der Meinung, dass es ein Foul war», schilderte Adler seinen misslungenen Luftkampf mit Englands Angreifer Jermain Defoe. «Ich werde ganz klar im Bewegungsverlauf zum Ball gestört. Er springt mir in die Arme», beklagte sich Adler.

Doch nicht einmal der Bundestrainer sprang dem Überflieger unter Deutschlands Ballfängern bei. «Das muss man international nicht unbedingt pfeifen», urteilte Löw. Adler betrachtet seinen ersten groben Patzer, den er mit in die Winterpause schleppen muss, als zusätzlichen Ansporn: «Ich sehe das als internationales Lehrgeld an. Ich versuche, das nächste Mal noch aggressiver rauszugehen.»

An Aggressivität beim Rauslaufen und Zupacken mangelte es Wiese nicht - schließlich war der Bremer nach 45 frustrierenden Minuten auf der Ersatzbank vollgepumpt mit Adrenalin. «Ich war enttäuscht, dass ich nicht von Anfang an spielen durfte», gab der 26-Jährige zu. Es sei schwierig gewesen, ohne richtiges Aufwärmen «gerade in so einem Spiel in der Halbzeit zu kommen». Die Aufgabe löste er gut. Beim Siegtor der Engländer durch den Kopfball von John Terry (84.) war er chancenlos, dafür konnte er sich in einigen Szenen auszeichnen.

«Ein paar Bälle habe ich gut gehalten, ich habe das gut gemeistert», meinte Wiese. Auch Löw war angetan: «Er hat zwei, drei Aktionen sehr gut gelöst, war am Pfostenschuss von Wright-Phillips noch mit den Fingerspitzen dran. Es war ein gutes Debüt.»

Adler geht zwar 2009 unverändert als Favorit in die Fortsetzung des WM-Wettlaufes nach Südafrika - einen Gewinner aber dürfte Löw so schnell nicht ausrufen. Schließlich kehrt dann auch Robert Enke (Hannover 96) nach einem Kahnbeinbruch zurück, und im Hintergrund lauert der Schalker U 21-Nationaltorwart Manuel Neuer. «Wenn ich zurück bin, kämpfe ich wieder darum, im Tor zu stehen. Das ist ganz klar», kündigte Enke im DSF an. «Das erste Länderspiel ist im Februar. Ob das dann schon wieder ein Thema für mich sein kann, weiß ich nicht. Ich hoffe es natürlich, weil ich davon ausgehe, dass ich ab dem ersten Spieltag der Rückrunde wieder im Tor stehen kann. Wenn das so sein sollte, ist es dann natürlich auch wieder das Ziel, in den Kader zu rutschen», sagte der 96-Keeper weiter. Dass es noch ein heißes Rennen um die Nummer 1 werden könnte, ahnt auch Adler: «Es ist nachvollziehbar, wenn der Bundestrainer den Konkurrenzkampf vor der WM möglichst lange offen halten will.»

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