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Neue Synagoge wird am Sonntag eingeweiht

BOCHUM 69 Jahre nachdem die Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht 1938 die alte Synagoge in Bochum zerstört haben, weiht die jüdische Gemeinde am Sonntag ihr neues Gotteshaus. Die neue Synagoge ist auch das Gemeindezentrum für Juden aus Herne und Hattingen und bietet 1200 Personen Platz.

von ddp

, 12.12.2007
Neue Synagoge wird am Sonntag eingeweiht

Die goldgelbe Kuppel der Synagoge.

Die Stadt Bochum hatte das Grundstück von 4300 Quadratmetern in der Nähe des Planetariums kostenlos bereitgestellt. Den Grundstein legte am 14. November 2005 noch der inzwischen verstorbene Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel. Zur Einweihung wird Spiegels Amtsnachfolgerin, Charlotte Knobloch, erwartet. Neubau kostete sieben Millionen Euro Der Kölner Architekt Peter Schmitz hat den würfelförmigen Bau entworfen. Das Gebäude, das sieben Millionen Euro kostete,  verfügt auch über einen großen Gemeindesaal, in dem „neben religiösen Feiern vielleicht auch Sport betrieben werden kann“, sagt der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Bochum, Grigory Rabinovich.  Kaum einer in der Stadt habe noch vor 30 Jahren gedacht, dass es mal wieder so viele Menschen mit jüdischer Religionszugehörigkeit in der Ruhrgebiets-Kommune geben würde. Nach dem Holocaust waren zunächst nur fünf Juden nach Bochum zurückgekehrt. 1989 lebten in ganz NRW lediglich 5000 Juden. Heute sind es - vor allem durch die Einwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion - wieder mehr als 30 000 Menschen jüdischen Glaubens, die an Rhein und Ruhr zu Hause sind. Evangelische Stadtakademie hielt die Erinnerung wach Die Evangelische Stadtakademie hat über Jahre hinweg an die „Lebensgeschichte“ der Juden in Bochum und Deutschland erinnert. Eine Ausstellung mit dem Titel „Spurensuche - Jüdisches Leben in Bochum“ wird aus Anlass der Synagogen-Einweihung seit Ende Oktober bis zum 1. Februar nächsten Jahres gezeigt. Sie konfrontiert den Betrachter den Angaben zufolge auch mit dem Abschnitt der Stadtgeschichte, als jüdische Bürger ausgestoßen, verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Ergänzend stellt das Jüdische Museum Westfalen aus Dorsten eine Fotoreihe bereit, die jüdisches Leben heute illustriert. Staatsvertrag mit jüdischen Landesverbänden NRW hatte im vergangenen Jahr - auch wegen der gewachsenen Aufgaben der jüdischen Gemeinden durch den Zuzug aus Osteuropa - einen Staatsvertrag mit den jüdischen Landesverbänden geschlossen. Jährlich bekommen die Verbände insgesamt rund sieben statt bisher fünf Millionen Euro für ihre Arbeit. Das Geld wird auch für den Einsatz von mehr Personal ausgegeben, sagt die Geschäftsführerin des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Westfalen-Lippe, Ruth Jacob-Prinz. Allein im Landesverband Nordrhein sind derzeit sieben Rabbiner und acht Religionslehrer im Einsatz.