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Neue Wohnungen auf alte Flächen

BOCHUM Einen "entspannten Wohnungsmarkt, der funktioniert" hat unsere Stadt nach Einschätzung der Verwaltung. Doch hinter den guten Zahlen mit recht geringen Leerständen verbergen sich einige gewaltige Probleme.

von Von Thomas Aschwer

, 04.12.2007
Neue Wohnungen auf alte Flächen

Viele Bürger haben mit Lärmbelästigungen zu kämpfen. Diese Häuser in Wiemelhausen an der Flözstraße grenzen etwa direkt an die viel befahrene Unistraße.

Bochum fehle es an bezahlbarem Bauland und bezahlbaren Wohnungen. Wenn beispielsweise die Quadratmeter-Miete in der Nachbarstadt Witten 1,70 Euro niedriger als in unserer Stadt ist, bleibt das nicht ohne Folgen. Weit über 50 Prozent der rd. 600 Bochumer, die der Stadt jährlich den Rücken kehren, ziehen in angrenzende Städte und wieder in eine Mietwohnung. Weil es gleichzeitig weniger Zuzüge gibt, bleibt unter dem Strich ein "leicht negatives Saldo".

Falsche Zuschnitte

Noch gravierender auf die Bevölkerungszahl und damit auch auf den Wohnungsmarkt wirkt sich aus, dass in Bochum die Zahl der Sterbefälle die der Geburten jährlich um etwa 1500 übersteigt. Es ist keine prophetische Gabe notwendig, um die Folgen zu erkennen. Gerade für die zumeist recht kleinen Wohnungen, die direkt nach dem Krieg erbaut wurden, wird es künftig immer weniger Bewerber geben. "Wir brauchen in Bochum eine Qualitätsoffensive", fordert dann auch Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch Investitionen in den Wohnungsmarkt. Dass dies angesichts der dichten Besiedelung Abrisse nötig macht, ist aus seiner Sicht nicht zu vermeiden.

"Neue Wohnungen auf alten Flächen", lautet deshalb das Motto. Damit das zum Erfolg wird, müssen die Gebäude verschiedene Anforderungen erfüllen. Eine ganz große Rolle spielt der Lärm, ebenso der Zuschnitt der Wohnungen. So wie etwa die neuen Häuser an der Dorstener Straße. Immer wichtiger wird natürlich auch das Thema Energieverbrauch. Und wer seine eigenen vier Wände errichten will, achtet natürlich genau auf den Grundstückspreis. Bei rund 300 Euro je Quadratmetern in guten Lagen liegt Bochum dabei deutlich über dem Niveau anderer Städte im Revier. Mit der Konsequenz, dass die Wohnungsbautätigkeit in Bochum im regionalen Vergleich unterdurchschnittlich ist. Bereits offensichtlich ist das Problem des stark rückläufigen Bestandes bei den Sozialwohnungen. Sie haben nur noch einen Anteil von etwa elf Prozent am Gesamtwohnungsbestand.

"Damit geht ein wichtiges wohnungspolitisches Steuerungsinstrument verloren", stellt die Verwaltung in ihrem mittlerweile dritten Wohnungsmarktbericht fest.