Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Neuer Anlauf für Einigung in Bau-Tarifschlichtung

Berlin. In der Tarifschlichtung für die Bauwirtschaft sind beide Seiten noch weit auseinander. Sie ringen nicht nur um die Höhe der Einkommen, sondern auch um einen Ausgleich für Fahrten zu Baustellen.

Neuer Anlauf für Einigung in Bau-Tarifschlichtung

Unter dem Vorsitz des früheren Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement versuchen die Tarifparteien einen Kompromiss zu finden. Foto: Marcel Kusch

In einer zweiten Schlichtungsrunde haben die Tarifpartner der Bauwirtschaft nach einem Tarifkompromiss gesucht.

Es geht um die Tariflöhne von rund 800.000 Bauarbeitern. Der unabhängige Schlichter, Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, sprach kurz vor Wiederaufnahme der Gespräche von einer „schwierigen Situation“. „Es ist keineswegs sicher, dass es zu einer Lösung kommt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) verlangt unter anderem 6 Prozent mehr Lohn bei 12 Monaten Vertragslaufzeit. Die Arbeitgeber hatten zuletzt eine Lohnerhöhung um 4,2 Prozent angeboten sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro bei einer Laufzeit von 22 Monaten.

Dieser Vorschlag sei „in mehreren Punkten völlig unzureichend“, sagte der IG-BAU-Vorsitzende und Schlichtungsführer Robert Feiger am Freitagmorgen. Er bedeute auf 12 Monate gerechnet lediglich ein dauerhaftes Lohnplus von 2,3 Prozent. Das spiegele nicht die Hochkonjunktur der Branche wider.

Das Angebot zeige auch keinen Weg auf, wie die Lücke von 7 Prozent zwischen Ost- und Westlöhnen bis zum Jahr 2022 geschlossen werden könne, wie das vereinbart sei, ergänzte Feiger. In ihrem Angebot hatten die Arbeitgeberverbände einen Spielraum von 1,8 Prozent für die Annäherung der niedrigeren Ostlöhne an das Westniveau genannt.

Die IG BAU fordert zudem eine Aufstockung des 13. Monatsgehalts sowie eine Vergütung für lange Anfahrtszeiten zu wechselnden Baustellen. Dazu gab es nach Angaben der Gewerkschaft noch kein Angebot.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Uwe Nostitz, sagte zum Auftakt am Freitag, mit ihrem neuen Angebot sei man der Gegenseite bereits entgegengekommen und nun „ziemlich an der Grenze“. Beide Seiten rechneten mit langen Verhandlungen bis zum späten Abend oder sogar bis in die Nacht. Für die Schlichtung bleibt nach den vereinbarten Regeln Zeit bis zum 21. Mai.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Bauern befürchten erhebliche Dürreschäden

Berlin. Dass das Wetter mal nicht mitspielt, gehört für die Landwirte zum Berufsrisiko. In diesem Jahr sind die Folgen aber teils besonders hart und wirbeln auch die Einsätze vieler Mähdrescher durcheinander.mehr...

Wirtschaft

Finanzexperten und Konzernchefs warnen vor Protektionismus

Basel. Der Handelsstreit zwischen den USA und großen Volkswirtschaften eskaliert weiter. Experten und Konzernchefs warnen eindringlich vor den Folgen eines sich weiter verschärfenden Konflikts. Am Ende könnten die Verbraucher die Rechnung bezahlen.mehr...

Wirtschaft

Verbraucherschützer: Neues Reiserecht bringt auch Nachteile

Berlin. Urlauber sollen bei Online-Buchungen künftig besser abgesichert sein. Das neue Reiserecht hat aus Sicht von Verbraucherschützern aber unerwünschte Nebenwirkungen. Auch die Tourismusbranche ist nicht glücklich.mehr...

Wirtschaft

Alternativen zu US-Markt: Industrie will Südamerika-Abkommen

Berlin. Donald Trump bereitet den Unternehmen in Europa Kopfschmerzen - daher wächst der Druck, den Handel mit anderen Regionen auszuweiten. Ein interessanter Kandidat für ein Freihandelsabkommen: Südamerika - und dort vor allem Brasilien.mehr...

Wirtschaft

IW: Kein Grund für höheren Mindestlohn als 9,19 Euro

Berlin. 9,19 Euro - oder darf es etwas mehr sein? Für Millionen Beschäftigte naht die Stunde der Wahrheit. Es geht um die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns. Und um die Konjunktur in Deutschland.mehr...

Wirtschaft

Der Trend geht zur Shitstorm-Versicherung für Unternehmen

München. Ein Skandal kann den Ruf eines Unternehmens ruinieren - und im Extremfall die Existenz kosten. Die Angst vor dem Shitstorm steigt in den Chefetagen weltweit. Doch wo ein Risiko, da auch die Versicherung.mehr...