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Neuer Impuls: Ligaprimus FC Bayern beurlaubt Djordjevic

München. Der FC Bayern greift durch. Sasa Djordjevic wird als Trainer der Münchner Basketballer freigestellt. Eine Entscheidung, die bei einem Bundesliga-Spitzenreiter zunächst überrascht. Geschäftsführer Marko Pesic bemängelt „Form und Struktur“.

Neuer Impuls: Ligaprimus FC Bayern beurlaubt Djordjevic

Muss überraschend bei den Bayern Basketballern gehen: Trainer Sasa Djordjevic. Foto: Andreas Gebert

Tabellenführer FC Bayern hat die Angst vor dem Absturz von der Spitze gepackt.

Fünf Wochen vor dem Start in die Bundesliga-Playoffs trennten sich die Münchner Basketballer völlig überraschend von ihrem Trainer Sasa Djordjevic und hoffen auf einen neuen Impuls im Kampf um die erste Meisterschaft seit 2014. 605 Tage nach der Verpflichtung des Olympia-Silbermedaillengewinners aus Serbien sahen sich die Bosse um Geschäftsführer Marko Pesic nun nach drei Niederlagen in Serie zum Handeln gezwungen.

„Wir sind Erster in der Tabelle, aber nicht unangefochten, nicht mehr“, sagte Pesic. ALBA Berlin rückte durch das 98:68 bei den Rockets aus Erfurt am Donnerstagabend vorerst auf zwei Punkte heran. Die Münchner Führungsriege schätzte die jüngste Entwicklung offensichtlich als so bedrohlich ein, dass die hochveranlagte Mannschaft in der heißen Saisonphase weiter abbauen könnte.

Die Vorbereitung auf das Bundesligaspiel am Samstag in Oldenburg übernahm Assistenztrainer Emir Mutapcic. Ein Nachfolger für den freigestellten Djordjevic steht möglicherweise bereits am Mittwoch beim Heimspiel gegen Ulm an der Seitenlinie. Allerdings schloss Pesic auch nicht aus, dass Mutapcic das Team bis zum Saisonende betreut. „Das kann passieren“, sagte der ehemalige Nationalspieler im Podcast von Telekom Sport am Freitagabend.

„Wir müssen die Mannschaft jetzt in eine Situation bringen, dass sie sich verbessert. Damit meinen wir nicht die Ergebnisse, damit meinen wir die Form und Struktur des Spiels“, formulierte Pesic den Auftrag an den Nachfolger von Djordjevic. „Wenn man ehrlich ist, muss man sagen, sind wir seit einiger Zeit nicht auf dem Niveau, auf dem wir die Mannschaft erwartet haben.“

Die Bilanz des 50-jährigen Serben konnte sich sehen lassen - eigentlich. Der Nachfolger von Svetislav Pesic, dem Vater von Bayern-Geschäftsführer Marko, führte die Münchner in seiner ersten Saison bis ins Halbfinale der Playoffs. Dort scheiterten seine Schützlinge mit 0:3 an Dauermeister Brose Bamberg - es war die insgesamt vierte Playoff-Niederlage gegen den Rivalen aus Franken.

Nach einem Neustart mit runderneuertem Kader führte Djordjevic den FC Bayern im Februar zum ersten Pokal-Triumph nach 50 Jahren. Im Eurocup war vor einer Woche erst im Halbfinale gegen den türkischen Spitzenclub Darussafaka Istanbul Schluss. Dabei hatten die Münchner im ersten Spiel aber eine 23-Punkte-Führung verspielt. Und am Sonntag hatten sie gegen Verfolger ALBA erst die zweite Bundesliganiederlage im 25. Spiel kassiert. „Das Spiel am Sonntag hat ein Gesicht der Mannschaft gezeigt, das wir nicht erlauben werden, für das wir nicht stehen können“, beschied der besorgte Pesic unmissverständlich.

Berlin hatte die müden Münchner mit 91:72 deklassiert und bewiesen, wie man mit einer taktisch starken Leistung eine nominell besser besetzte Mannschaft auseinandernehmen kann. Hinzu kamen Undisziplinierten in dem hitzigen Gipfeltreffen - auf Bayern-Seite wurden Reggie Redding und Devin Booker vom Parkett gestellt, Redding wurde für drei Spiele gesperrt.

Somit gehen nun die beiden Branchenführer aus Bayern mit einem neuen Chefcoach in die Playoffs - Mitte Februar hatte sich Bamberg von Erfolgstrainer Andrea Trinchieri getrennt. „Man hat schon länger gehört, dass es knirscht im Gebälk, aber: überraschend“, sagte ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi bei Telekom Sport.

Die Spieler des FC Bayern waren auch verwundert. Die Mannschaft habe die Nachricht am Donnerstagmorgen „überraschend bekommen, weil es ja eigentlich ganz gut für uns läuft“, sagte Nationalspieler Danilo Barthel. „Wir müssen jetzt die nächsten Tage abwarten, was die Gründe dafür waren und diese analysieren.“

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