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Neues WM-Ziel hilft Hummels: Nüchtern statt spektakulär

Eppan. Sechs Innenverteidiger stehen im vorläufigen WM-Kader: Hummels ist die Nummer eins. Der Weltmeister vertraut der deutschen Wertarbeit im Trainingscamp. Schon jetzt fühlt sich der Münchner wieder besser. Auch wenn Boateng anfangs ausfallen sollte, wäre ihm nicht bange.

Neues WM-Ziel hilft Hummels: Nüchtern statt spektakulär

Richtet nach einer teils enttäuschenden Bayern-Saison den Blick voll auf die WM: Mats Hummels. Foto: Christian Charisius

Beim Kleinfeldturnier vor der Südtiroler Bergkulisse ging Mats Hummels nach einem Zweikampf kurz zu Boden. Wenig später rackerte und schimpfte der Münchner schon wieder intensiv. Die Niederlage im Finale ärgerte den Weltmeister sichtlich.

Hummels trieb in Eppan sein Sechser-Miniteam an und stellte sich bereits in guter Verfassung vor. „Es fühlt sich wieder mehr nach dem an, was ich von mir erhoffe und erwarte“, erklärte der 29 Jahre alte Verteidiger danach. Eine anstrengende und teilweise enttäuschende Saison mit dem FC Bayern ist abgehakt, nur noch die WM in Russland zählt für ihn.

„Jetzt haben wir eine neue Umgebung, eine neue Gruppe und ein neues Ziel“, sagte Hummels in Eppan. Das schmerzende Halbfinal-Aus mit den Bayern in der Champions League gegen Real Madrid und die überraschende Niederlage im DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt habe er „tatsächlich schon verarbeitet“, sagte Hummels im Trainingscamp der Nationalmannschaft. „Das steckt bei keinem mehr drin von uns“, sagte er für den ganzen Bayern-Block.

Nach einem „kleinen körperlichen Loch“ gehe es bei ihm persönlich wieder aufwärts, berichtete der Münchner: Die Vergangenheit habe gezeigt, dass in den Trainingslagern immer hervorragende Arbeit geleistet werde. „Ich glaube, dass dies auch in diesem Jahr wieder der Fall sein wird. Bis 17. Juni werden wir uns alle in den perfekten Zustand bringen, um wieder stark zu sein“, sagte Hummels mit Blick auf das erste Gruppenspiel gegen Mexiko.

Vor zwei Jahren bei der EM in Frankreich sah das noch anders aus. Da hatte sich der Fußball-Arbeiter Hummels mit einer Muskelverletzung durch die Turnier-Vorbereitung geschleppt, verpasste sogar das erste Gruppenspiel. Jetzt ist sein Stammpartner in der Innenverteidigung, Jérôme Boateng, in einer ähnlichen Situation. Der Bayern-Kollege muss bis zum WM-Start um die Fitness kämpfen. „Wir haben ein paar gute Alternativen, die sind alle stark“, sagte Hummels unbesorgt.

Antonio Rüdiger vom FC Chelsea und Niklas Süle vom FC Bayern gelten als erste Kandidaten für den Platz neben Hummels, falls es Boateng nicht rechtzeitig zum ersten Spiel schafft. „Wir haben mit Matthias Ginter und Jonathan Tah noch zwei zusätzliche Möglichkeiten. Dann wird man sehen, was der Trainer für eine taktische Marschroute hat, Dreier- oder Viererkette“, sagte Hummels.

Persönliche Vorlieben habe er nicht. Wer in der besten Form sei, werde spielen. Favorit Rüdiger hielt sich zurück: „Ich sehe der Sache ganz entspannt entgegen. Ich weiß, falls sich die Chance ergibt, werde ich bereit sein. Das weiß auch der Bundestrainer“, sagte der 25 Jahre alte Ex-Stuttgarter.

„Selbst wenn drei Spieler ausfallen, sieht es gut aus“, bemerkte Hummels zur Situation im Abwehrzentrum. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass noch einer aus dem Sextett gestrichen wird, wenn Löw am 4. Juni seinen endgültigen WM-Kader benennt. Hummels wird auf jeden Fall sein viertes großes Turnier nach den Europameisterschaften 2012 und 2016 sowie der WM 2014 erleben - wenn er gesund bleibt.

Der gebürtige Bergisch Gladbacher steht für nüchterne, verlässliche Fußballarbeit. „Stimmt, mein Spiel ist so angelegt. Es lebt nicht davon, dass ich spektakulär in Zweikämpfe reinspringe und es wild aussieht. Ich versuche, den Überblick zu bewahren“, sagte Hummels.

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