Nicht jede Gefahr lässt sich ausschließen

Frankfurt/Main/Wiesbaden (dpa/gms) - In Hotelanlagen am Urlaubsort kann nicht jede erdenkliche Gefahr ausgeschlossen werden. Die so genannte Verkehrssicherungspflicht eines Reiseveranstalters hat deshalb Grenzen.

10.04.2007, 10:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

So wies das Landgericht Frankfurt die Klage einer Urlauberin zurück, die sich auf der Liegewiese ihres Hotels auf Zypern einen Bänderriss und eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen hatte (Az.: 2-19 O 167/04). Die Klägerin hatte unter anderem 8000 Euro Schmerzensgeld verlangt - zu Unrecht, fanden die Richter. Darauf weist die von der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden herausgegebene Zeitschrift «ReiseRecht aktuell» hin.

In dem Fall war die Urlauberin zu Schaden gekommen, als sie auf einer terrassenförmig angelegten Liegewiese das Kopfteil ihrer Liege flacher stellen wollte. Eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht habe aber nicht vorgelegen, argumentierten die Richter. Gerade auf der Liegewiese, die nicht dem Durchgang dient, seien die Anforderungen an die Gestaltung der Anlage niedriger. Nicht jede mögliche Gefahr müsse ausgeschlossen werden. Hinzu komme, dass in einer Ferienanlage am Mittelmeer nicht automatisch erwartet werden könne, dass Hotelanlagen in jeder Hinsicht deutschen Anforderungen entsprechen. Die Klage sei daher unbegründet.

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