Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nicht mit der Brechstange

BOCHUM "Statt mit der Brechstange und mit Roland Mitschke die Kampagne 'Bochum macht jung' retten zu wollen, sollte die Verwaltung der Stadt das Gewürge um die umstrittene Imagekampagne besser beenden", fordert Günter Gleising für die Soziale Liste im Rat.

von von Joachim Stöwer

, 31.10.2007
Nicht mit der Brechstange

Bleibt umstritten - droht vielleicht das Aus? Hinter der Kampagne "Bochum macht jung" steckt kein gewinnendes Lächeln mehr.

Er reagiert damit auch auf die "mangelnde Bereitschaft zur Aufklärung der Hintergründe und Übernahme der politischen Verantwortung, wie sie in der jetzt vorliegenden Beantwortung ihrer Anfrage vom 15. August deutlich wird."

So blieben Fragen, warum weder Ausschüsse noch der Rat mit dem Thema befasst und warum kein Ratsbeschluss zu Imagekampagne "Bochum macht jung" eingeholt wurde, unbeantwortet. Ebenfalls unbeantwortet und lediglich mit dem Verweis auf das Schreiben an den Regierungspräsidenten versehen, blieben die Fragen, wie die Auftragsvergabe erfolgte, warum keine Ausschreibung statt fand und ob die Kritik der Bochumer Werbeagenturen an der Auftragsvergabe berechtigt sei.

Nur Schönfärberei

Die Verwaltung verweigere auch eine Bewertung des bisherigen Teils der Kampagne "Bochum macht jung". "Aus unserer Sicht ist für die zahlreichen Projekte, um die sich der Standort Bochum bewirbt", so Gleising, "keine derartige unverfängliche, bunte Allerwelts-Kampagne notwendig, die sich bisher vor allem durch Schönfärberei ausgezeichnet hat."

Vorsichtig auf Distanz geht auf die Fraktion der Grünen: "Nach der heftigen öffentlichen Diskussion über die Kampagne kann man jetzt nicht einfach durchstarten, als ob nichts gewesen wäre. Deshalb kann auch der Wirtschaftsausschuss nach erneuter Präsentation des Konzepts im November nicht einfach beschließen, ob ,Bochum macht jung? fortgeführt wird oder nicht", mahnt Fraktionschef Wolfgang Cordes.

Evaluierung angeregt

Die grüne Ratsfraktion meint deshalb, dass eine seriöse Evaluierung durchgeführt werden müsse. Wenn diese ergebe, dass "Bochum macht jung" alt aussieht, könne die Image-Kampagne nicht weitergeführt werden. "Unabhängig davon, ob die Ursache dafür im Konzept selbst oder den öffentlich diskutierten Fehlern zu suchen ist", so Cordes: "Jeder Euro für eine Kampagne außerhalb der Stadtgrenzen wäre rausgeschmissenes Geld, wenn der Rückhalt zu Hause fehlt."

Schon am Wochenende hatte sich das CDU-Ratsmitglied Christian Haardt von den Durchhalteparolen des Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses, Roland Mitschke (CDU), distanziert und gefordert: "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende."