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Nicht mit eindeutig kranken Kindern an Bord gehen

München (dpa) Eine lang geplante, teure Urlaubsreise und ein vor dem Aufbruch plötzlich krankes Kind - für viele Eltern bedeutet dies ein Dilemma, das nicht selten zulasten des Kindes aufgelöst wird.

Immer wieder brächten Eltern kränkliche Kinder mit an Bord, sagte der Leitende Arzt im Medizinischen Zentrum am Münchner Flughafen, Hans Hammel. «Dann hocken die im Flugzeug und nach dem Abheben offenbart sich dann plötzlich ein Problem.» Wenn es auch äußerst selten zu einer tragischen Entwicklung mit Zwischenlandung und schließlich dem Tod eines Kindes wie Anfang September in München komme, sollte das Risiko einer Flugreise bei Krankheit nicht unterschätzt werden.

Hammel hat wenig Verständnis, wenn Eltern eine gute Stunde vor Abflug zum Flughafenarzt kommen und ad hoc eine Entscheidung erbitten über ein Kind, das seit Tagen nicht auf dem Damm sei. «In solchen Fällen sollte man das vorher mit dem Hausarzt oder Kinderarzt klären und gar nicht erst zum Flughafen fahren», rät Hammel. So erspare man auch Geschwistern und dem Rest der Familie einen möglicherweise tränenreichen Rückzug in letzter Minute. Viele Reisende aber scheuten sich, eine für solche Fälle wichtige Reiserücktrittsversicherung abzuschließen, und wollten wegen der Kosten unbedingt mitfliegen.

«Wir können es ihnen nicht verbieten», sagt Hammel - wohl aber die befördernde Fluglinie. Im Durchschnitt vier- bis fünfmal die Woche würden die Ärzte des Medizinischen Zentrums am Münchner Flughafen von den Airlines eingeschaltet, um die Flugtauglichkeit von Passagieren zu klären. «Wenn denen auffällt, dass jemand blass oder kurzatmig ist oder sich komisch verhält, dann rufen sie uns», berichtet Hammel. «Und dann entscheiden wir auch und empfehlen schriftlich, ob ein Flug ratsam ist oder nicht.» In den meisten Fällen halte sich die Fluglinie daran und verweigere im Zweifel die Beförderung.

Eine Checkliste, wann man fliegen darf und wann nicht, ist laut Hammel schwer zu benennen. Leichtes Fieber von 37,5 Grad bei einem Kind kann an der Reiseaufregung liegen und harmlos sein. «Wenn ein Kind aber 39 Fieber hat, besteht schon die Gefahr, dass Störungen wie Krämpfe drohen.» Dann sei vom Flug abzuraten, «da lassen wir uns auch nicht beeinflussen», sagt Hammel mit Blick auf bettelnde Eltern, die den lang ersehnten Urlaub nicht missen möchten. «Für uns zählt das Wohl des Patienten - und nicht zuletzt auch ein problemloser Flug.»

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