Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige

Kürzel verschwindet aus Reisepässen

Nie mehr "Dr. Geb."

Luxemburg Nur Deutschland bemutzt das Kürzel "geb." für geboren in Reisepässen und Personalausweisen. Für einen Mann aus Baden-Württemberg sorgte das regelmäßig für Probleme. Nun hat er vor dem Europäischen Gerichtshof erwirkt, dass die Abkürzung zukünftig nicht mehr im Reisepass auftaucht.

Nie mehr "Dr. Geb."

Sind deutsche Pässe missverständlich formuliert? Foto: Peer Grimm/Archiv

In ihrem Urteil entschieden die Luxemburger Richter, dass das Kürzel geb., für Geburtsname wegfallen soll. Zur Klarstellung soll der Geburtsname zudem künftig in einem Feld erscheinen, das nicht nur in Deutsch, sondern auch noch in einer anderen Sprache (etwa Englisch oder Französisch) bezeichnet wird. Das Namens-Feld trägt bereits den dreisprachigen Titel "Name/Surname/Nom". Geklagt hatte ein Mann aus Karlsruhe, der einen anderen Nachnamen trägt als seinen Geburtsnamen. 

Gestatten, Dr. Geb. Da die deutsche Praxis der europäischen Pass-Verordnung widerspricht, muss der deutsche Gesetzgeber nun nachbessern. Das Urteil bezieht sich nur auf Reisepässe, nicht auf Personalausweise - in diesen Dokumenten kann alles beim Alten bleiben.

Der Kläger hatte argumentiert, die Angabe "geb." beziehungsweise "GEB." vor dem Geburtsnamen führe zu Missverständnissen im Ausland und bei der Ausstellung von Visa. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, wurden Tickets für den Mann wahlweise auf "Dr. Geb" ausgestellt, oder Verwirrungen, über dessen "richtigen Namen" entstanden. Da die Stadt Karlsruhe sich weigerte, den Pass zu ändern, landete die Frage beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, der den Europäischen Gerichtshof um Auslegung der EU-Pass-Verordnung bat. Der Verwaltungsgerichtshof muss nun entscheiden, wie Reisepässe künftig konkret aussehen müssen.

Vielleicht auch für den Perso Laut Urteil erfüllt die deutsche Praxis die europäischen Anforderungen nicht, weil im Pass neben dem Namen der Geburtsname nur nach einer Abkürzung erscheint, "die noch dazu nicht in eine der verlangten Sprachen übersetzt ist". In welchem Feld der Geburtsname künftig erscheinen muss - also etwa in dem mit dem Namen oder im Feld mit dem Vornamen - ließen die Richter offen. Wichtig sei nur, dass das Feld "unmissverständlich" gekennzeichnet sei.

Der Anwalt des Klägers begrüßte das Urteil. "Damit hat mein Mandat sein Ziel erreicht, sagte Rechtsanwalt Rico Faller aus Karlsruhe der dpa. Er geht von einer Änderung des Passrechts aus und hofft: "Vielleicht wird der Gesetzgeber dies auch zum Anlass nehmen, den Personalausweis entsprechend zu ändern."mit Material von dpa

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Waschbär, Eichhörnchen und Co.

Tierische Einwanderer sind in der EU nicht gern gesehen

BRÜSSEL Manche Tierarten und auch Pflanzen sind in Europa nicht erwünscht. Die nämlich, die von anderen Kontinenten kommen und heimische Arten vertreiben. Gegen sie will die EU stärker vorgehen. Das trifft auch die niedlichen Waschbären, über deren Einnistung sich viele eigentlich freuen.mehr...

Astronaut Gerst auf der Raumstation

Die Pressekonferenz aus dem All im Livestream

Köln Seit einer Woche lebt der deutsche Astronaut Alexander Gerst an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Seit 16 Uhr schildert er in einer Pressekonferenz aus dem All seine bisherigen Eindrücke. Hier können Sie den Livestream der Pressekonferenz verfolgen.mehr...

EU-Gipfel zieht sich hin

Zitterpartie in Briten-Verhandlungen

BRÜSSEL Die Verhandlungen über ein Reformpaket für Großbritannien werden auf dem Brüsseler EU-Gipfel zu einer risikoreichen Hängepartie. „Wir müssen weitermachen“, sagte ein Diplomat. Gipfelchef Donald Tusk wolle weiterhin eine Einigung während des Spitzentreffens erzielen. Die Taktik des britischen Premiers David Cameron sorgte indes für Stirnrunzeln im Kreis der Partner.mehr...

Was ist an Vorurteilen dran?

Umfragensammlung: So ticken die Deutschen wirklich

BERLIN Die einen denken an Dirndl und Lederhose, die anderen an Gartenzwerge und eine Vorliebe für Fleisch: Bei der Frage, was deutsch ist, haben wohl die meisten Bilder im Kopf. In mehreren Umfragen haben Forscher jetzt ergründet, "Wie wir Deutschen ticken". Und herausgefunden, dass die Nation ganz anders ist, als sie denkt.mehr...

Urheberrecht

EU-Parlament: Keine Einschränkung der Panoramafreiheit

Straßburg Fotos und Selfies vorm Berliner Reichstag oder dem Pariser Louvre: Auch in Zukunft wird man diese Bilder in sozialen Netzwerken verbreiten können. Das EU-Parlament hat am Donnerstag nämlich eine Einschränkung der Panoramafreiheit abgelehnt. Änderungen des Gesetzes könnten aber trotzdem noch kommen.mehr...

Tag der vermissten Kinder

Experte: Deutschland braucht Spezialeinheit für Vermisstenfälle

Dortmund Immer wieder werden in Deutschland Kinder als vermisst gemeldet. Häufig tauchen sie wieder auf, manchmal aber bleiben sie für immer verschollen. Lars Bruhns leitet den Verein "Initiative Vermisste Kinder", der Eltern und Behörden bei der Suche nach vermissten Kindern hilft - er fragt sich, warum Deutschland immer noch keine Spezialeinheit dafür hat.mehr...