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Niederländische KPN erwägt Verkauf von E-Plus

Den Haag/Düsseldorf (dpa) Der niederländische Telekommunikationskonzern KPN will die geplante deutliche Aufstockung der Anteile durch die mexikanische Amércia Móvil nicht tatenlos hinnehmen.

Niederländische KPN erwägt Verkauf von E-Plus

Der Firmensitz des Mobilfunkanbieters O2 in München. Foto: O2

Am Freitag kündigte das Management des Unternehmens in Den Haag an, alle strategischen Optionen für die Tochterfirma E-Plus zu prüfen, um die Werte des Deutschlandgeschäfts offen zu legen. Was das genau bedeuten könnte, wurde allerdings nicht gesagt.

«Wir haben die Offerte von América Móvil sorgfältig geprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass sie nicht im Interesse der Aktionäre liegt», erklärte KPN-Chef Eelco Block. Die Erklärungen lösten neue Spekulationen aus. Die KPN wolle ihre erfolgreiche deutsche Tochterfirma an die spanische Telefónica verkaufen, hieß es in Medienberichten, die der spanische Telekom-Riese zurückwies. Aus anderen Quellen hieß es, beide Gesellschaften wollten ihre deutschen Mobilfunkaktivitäten zusammenlegen.

Das wiederum würde auf einem Markt mit nur vier Anbietern die Kartellbehörden in Bonn oder Brüssel auf den Plan rufen. Ein solcher Fall würde auf jeden Fall eine wettbewerbliche Überprüfung nach sich ziehen, sagt ein Kartellexperte. Mit im Boot wäre auch die Bundesnetzagentur, die in einem solchen Fall zu entscheiden hätte, ob die Unternehmen eine UMTS-Lizenz zurückgeben müssen, sie vor fast zwölf Jahren für jeweils rund 8 Milliarden Euro ersteigert hatten. «Das würden wir prüfen», sagte ein Sprecher, wollte aber keine genaueren Angaben machen.

Doch die Spanier sind derzeit alles andere als expansionshungrig. Vor dem Hintergrund der enormen Verschuldung kündigte Telefónica unlängst einen Börsengang der deutschen Tochter an. Gemeinsames Interesse von KPN und Telefónica: sie wollen verhindern, dass sich ein weiterer Anbieter in Europa breitmacht. Denn das eigentliche Ziel bei der geplanten Anteilserhöhung bei KPN durch América Móvil sei der Zugang zum deutschen Mobilfunkgeschäft, schrieb die «Financial Times Deutschland». Mit seiner Mehrmarkenstrategie ist E-Plus sehr erfolgreich und América Móvil könne zu einem günstigen Preis ins Deutschlandgeschäft einsteigen.

Vor wenigen Tagen hatte das mexikanische Unternehmen eine Aufstockung seiner Anteile von rund 5 auf 27,7 Prozent an KPN angekündigt und hierfür 8 Euro je Aktie angeboten. Es wird maßgeblich von Carlos Slim, einer der reichsten Männer der Welt, kontrolliert. Der gesamte Wert der Offerte soll bei 3,4 Milliarden US-Dollar liegen. América Móvil sei absichtlich unter der 30 Prozent-Schwelle geblieben, um kein öffentliches Angebot an alle außenstehenden Aktionäre unterbreiten zu müssen, kritisierte KPN.

«Wir sind davon überzeugt, dass América Móvil nicht bereit ist, für den zusätzlichen Einfluss bei KPN eine faire Prämie zu zahlen», unterstrich Block. Die KPN-Führung empfiehlt ihren Aktionären daher, das Gebot nicht anzunehmen. Die Absichten des mexikanischen Unternehmens seien unklar und América Móvil außerdem nicht willens, sich über einen Aktionärspakt an KPN zu binden.

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