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"Noel" lässt Bahamas hinter sich

MEXIKO-STADT Mehr als 100 Tote in der Karibik, schwere Überschwemmungen im mexikanischen Bundesstaat Tabasco: Mittelamerika leidet weiter unter Wetterkatastrophen.

"Noel" lässt Bahamas hinter sich

Mit seinem Sohn auf den Schultern schaffte dieser Mann die Rettung aus den Fluten.

Tropensturm „Noel“ entwickelte sich in der Nacht zum Freitag zum Hurrikan und zog in nordöstlicher Richtung von den Bahamas weg. Unterdessen sind von den Unwettern in Mexiko mehr als 700 000 Menschen betroffen. Mehr als dreiviertel der Fläche von Tabasco stehen unter Wasser. Die Hauptstadt Villahermosa ist zu 80 Prozent überflutet.

Auch nach dem Abzug des Tropensturms ist in der Karibik die Insel Hispaniola am schlimmsten betroffen, die sich die Dominkanische Republik und Haiti teilen. Allein in der Dominikanischen Republik wurden 73 Tote registriert. Von 43 Menschen fehle bislang jede Spur, teilte der Katastrophenschutz mit. Nach Angaben des Reiseveranstalters TUI sind Touristen nicht betroffen. Das benachbarte Haiti beklagte bis zum Donnerstagabend 34 Tote. 14 Menschen galten als vermisst.

Nationaler Notstand

Angesichts der Katastrophe verhängte der dominikanische Präsident Leonel Fernández für die kommenden 30 Tage den nationalen Notstand. Er ordnete zudem die Evakuierung von 36 Städten und Ortschaften in betroffenen Gebieten an.

In Mexiko forderten die Unwetter bislang ein Menschenleben. Angesichts der Überflutungen hat Präsident Felipe Calderón seine Landsleute zur Solidarität mit den Opfern aufgerufen. In einer Ansprache forderte er dazu auf, den Geschädigten, die zum Teil alles verloren hätten, in jeder erdenklichen Form zu helfen.

Wohnungsräumung verweigert

Mehr als 10 000 Menschen mussten bislang ihrer Häuser verlassen und wurden in Notunterkünften untergebracht. Viele weigerten sich aber, ihre Wohnungen zu räumen und harrten in den oberen Stockwerken oder auf den Dächern ihrer Häuser aus. Auch das Zentrum der Hauptstadt Villahermosa musste evakuiert werden.

Die mexikanische Regierung entsandte Truppen in die Region, um von Wassermassen eingeschlossene Menschen zu retten. Ärzte, Psychologen, Krankenschwestern und Umweltingenieure sind in den 17 betroffenen Bezirken unterwegs, um Hilfe zu leisten.

Totales Desaster

„Es ist ein totales Desaster“, beschrieb der Gouverneur von Tabasco, Andrés Garnier Melo, die Lage, nachdem sieben Flüsse über die Ufer getreten waren. „Es ist die schlimmste Tragödie in 90 oder 100 Jahren, kein Mensch in Tabasco erinnert sich an etwas ähnliches“, sagte er.

Am Donnerstag musste ein Staudamm an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Tabasco und Chiapas geöffnet werden, um einen Bruch zu verhindern. Dadurch stieg jedoch das Wasser in einigen Flüssen, die bereits über die Ufer getreten waren, weiter an. Inzwischen sind in Tabasco die meisten Wirtschaftszweige in Mitleidenschaft gezogen. Die Ernte sei vernichtet und eine große Zahl von Nutztieren sei verendet, sagte Präsident Calderon. Die Gesundheitsbehörden warnten wegen der Hitze die Bevölkerung vor der Gefahr durch Seuchen. Die Meteorologen gaben zunächst keine Entwarnung. Mit weiteren Niederschlägen sei zu rechnen. Dadurch könne sich die Lage noch verschärfen.

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