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150m-Windräder sind vom Tisch

NORDKIRCHEN Turbulent in Sachen Windkraft ging es zwar nicht mehr in der Ratssitzung am Dienstagabend zu, 40 angereiste Bürger aus Capelle, die diesmal ohne ihre Plakate angereist waren, jubelten aber nach der abschließenden Entscheidung.

von Von Malte Woesmann

, 19.12.2007
150m-Windräder sind vom Tisch

Zwei Windräder mit 100 Meter Höhe - wie hier bei einem Aufbau in Nordkirchen - wollen die Stadtwerke Münster in Detmold errichten

Denn, die von Investoren beantragte Änderung des Bebauungsplanes im Bereich Beifang/Osterbauerschaft, die Windkrafträder mit einer Höhe von 150 Metern möglich gemacht hätte, ist vom Tisch. Ein Zuschauer ließ sich nach der Abstimmung sogar zu einer Liebeserklärung an die Politik hinreißen. „Herr Geiser, ich liebe sie“, rief er nach der Abstimmung.

Umfassende Diskussion

Zuvor war noch einmal über das Für und Wider des Antrags diskutiert worden. „Der Sachverhalt ist eigentlich schon erschöpfend diskutiert“, bemerkte dazu CDU-Fraktionsvorsitzender Leo Geiser. Regenerative Energien seien zwar ein hohes Gut. Seine Fraktion stelle aber den Schutz der Landschaft und der umliegenden Bevölkerung höher, so Geiser. Dem pflichtet Bernd Grotekemper für die SPD-Fraktion bei. „150-Meter-Anlagen prägen das Bild weitaus mehr als 100-Meter-Anlage“, gab er zu bedenken. Anders sah dies Meinhard Tegeler für die Grünen.

FDP und UWG sahen Beratungsbedarf

 „Es stellt sich die Frage, ob wir, wenn wir nicht auf regenerative Energien setzen, demnächst noch eine Landschaft haben, die geschützt werden muss!“ Er befürworte daher den Bau von drei 150-Meter-Anlagen, statt elf Anlagen mit einer Höhe von 100 Metern. Trotz der klaren Aussagen der anderen Fraktionen sahen Adi Scheuer für die FDP und Heinz-Jürgen Lunemann für die UWG noch Beratungsbedarf. „Es sind neue Erkenntnisse auf dem Tisch, daher möchten wir das Thema noch einmal vertagen“, kündigte Scheuer an. Ein Raunen ging durch den Rat, dachten doch wirklich alle, dass das im Rat endgültig eine Entscheidung getroffen werden sollte.

Antrag auf Vertagung abgelehnt

Den Antrag auf Vertagung lehnte der Gemeinderat mit den Stimmen der CDU und SPD ab. Einigkeit herrschte bei den Genossen und Christdemokraten auch kurze Zeit später, als über die Bebauungsplanänderung abgestimmt wurde. Mit 20 Ja, zu sechs Nein-Stimmen und einer Enthaltung stimmte der Rat der Verwaltungsvorlage zu. So ist die beantragte Änderung des Bebauungsplans endgültig vom Tisch.

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