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72-jähriger Nordkirchener holt WM-Silber in Ungarn

Meister mit dem Degen

Seit seinem 15. Lebensjahr schwingt Dieter Allkämper aus Nordkirchen den Degen. Jetzt, mit 72 Jahren, feierte er seinen größten Erfolg. Bei der Senioren-Weltmeisterschaft im ungarischen Debrecen wurde er Vizeweltmeister im Degenfechten.

NORDKIRCHEN

04.11.2014

Deutscher Hochschulmeister war Allkämper im Jahr 1975. Auch landete er als aktiver Fechter mal auf dem achten Platz bei einem Weltcupturnier. Bei seiner siebten Weltmeisterschaft ging es nun fast ganz nach oben auf das Treppchen. „Das ist mein größter Erfolg“, sagt Allkämper nicht ohne Stolz. In Ungarn klappt fast alles. Die Vorrunde war fast schon ein Spaziergang für den ehemaligen Dozenten der Fachhochschule Münster und Lehrer am Westfalenkolleg in Dortmund. Alle seine Vorrundenkämpfe gewann er souverän, was ihm eine Freikarte für die K.O.-Runde bescherte. Im zweiten Kampf dort ließ er einem Briten keine Chance und gewann 10:2.

Bis ins Halbfinale ging es weiter und dort wurde es dramatisch. „Mein Gegner führte bereits kurz vor Schluss mit 9:5“, sagt Allkämper. Statt auf Doppeltreffer zu setzen, was Allkämper selber getan hätte, reagierte der ehemalige Weltmeister aus Ungarn aber fast gar nicht mehr. Die Folge. Allkämper drehte den Kampf und sicherte sich das Finalticket mit 10:9. Dort war nach eigener Aussage aber dann die „Luft raus“. Den Gegner, ein Brite, kannte Allkämper zwar, hatte aber noch nie gegen ihn gekämpft. Von Beginn an setzte sich der Brite ab und brachte die Führung ins Ziel. 7:10 musste sich der Nordkirchener geschlagen geben. „Da war ich etwas zu stürmisch in dem Kampf“, gab Allkämper zu, der sich trotzdem riesig über die Silbermedaille gefreut hatte.

Es sollte nicht die einzige Medaille für Dieter Allkämperin Ungarn bleiben. Mit der Mannschaft holte er die Bronzemedaille gegen Russland. Daran hatte er großen Anteil. „Den entscheidenden Kampf habe ich gewonnen“, sagt er. Damit war Bronze sicher. Allkämper profitierte gegen die vielen ehemaligen Weltklassefechter vor allem von seinen schnellen Beinen. Dass er mit 72 Jahren immer noch schnell auf den Beinen ist, verdankt er seinem Training. Zweimal die Woche für zwei bis drei Stunden trainiert er beim TSC Eintracht Dortmund.„Fechten ist ein Sport, der geistige Wachsamkeit erfordert, Beherrschung und Konzentration sind sehr wichtig“, zählt er auf. In Bruchteilen von Sekunden müsste auf der Fechtbahn reagiert werden. „Das sind tänzelnde Bewegungen, die an einen Boxer erinnern“, zieht Dieter Allkämper einen Vergleich. Ans Aufhören denkt der Nordkirchener noch lange nicht. Anfang Januar will er bei einem Turnier in Kassel starten. Ein paar Wochen später beginnen bereits die Deutschen Meisterschaften. „Ich mache weiter, bis ich umkippe“, sagt er und lacht.

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